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Die spinnen, die ...

Hechingens Villa Rustica im neuen Asterix-Heft

Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung. O-Ton Oscar Wilde. Im Sinne des irischen Romanciers darf man im Freilichtmuseum Hechingen-Stein jetzt über fette Lorbeeren jubeln. Seit wenigen Tagen lässt die Villa Rustica nicht mehr nur Archäologenherzen höher schlagen.

30.10.2015
  • Kathrin Löffler

Der knapp 2000 Jahre alte römische Gutshof ist nun auch Bestandteil zeitgenössischer europäischer Popkultur: Er stand Modell für einen Schauplatz des neuen Asterix-Bandes.

„Der Papyrus des Cäsar“ erschien am 22. Oktober. Kurz darauf bekam Stefan Schmidt-Lawrence elektronische Post. Ein ehemaliger Student des promovierten Altertumsforschers verwies auf die auffallende Ähnlichkeit zwischen Comic und Wirklichkeit. Ach was, Ähnlichkeit! Für Schmidt-Lawrence, wissenschaftlicher Leiter des Freilichtmuseums, stand sofort fest: kein Zufall. Bei der Illustration der Fiktion handelt es sich um ein exaktes Abbild des rekonstruierten römischen Gutshofs im Hechinger Eichwäldle. „Das ist sowas von eindeutig!“

Sehen auch andere so. Schmidt-Lawrence postete die Beweiszeichnung auf Facebook. Und: Hallöchen! Klicks, Likes, Kommentare ohne Ende. Mehr Wirbel um die Fundstätte hat der Frühgeschichtler in den sozialen Netzwerken „noch nie erlebt“.

Als der deutsche Südwesten im ersten Jahrhundert nach Christus noch zum Römischen Reich zählte, diente die hiesige Gutshof zur Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Seine Dublette im 2015er-Asterix-Album verkörpert aber eine Stadtvilla in Rom.

Den Zeichenstift führte im 36. Band des Erfolgscomics Didier Conrad. Mit Texter Jean-Yves Ferri löste er vor zwei Jahren Asterix-Schöpfer Albert Uderzo ab. Aber welche Verbindungen pflegt ein französischer Starzeichner nach Hechingen? Keine lebensweltlichen, wahrscheinlich. Schmidt-Lawrence vermutet: Conrad hat gegoogelt. Jenes Foto der Villa Rustica, das Vorlage für sein Werk gewesen zu sein scheint, nutzen die Museumsmacher häufig zu Marketingzwecken. „Ich kann mir vorstellen, dass er ‚römische Villa‘ in die Suchmaske eingegeben hat. Da erscheinen wir dann relativ flott.“ Conrad muss den Internetfund für repräsentative Römerarchitektur befunden haben. Und malte wohl rotzfrech das Foto ab.

Rechtlich könne man da nichts machen, sagt der Museumsleiter. Will er ohnehin nicht. Wieso auch? Hechingens römisches Erbe, verewigt in einer Geschichte um den kleinen Kultgallier: Jackpot! Schmidt-Lawrence, regelrecht glückstrunken: „Das ist Top-Werbung!“

Kurzfristig lässt sich deren Erfolg nicht mehr so recht messen. Die Saison ist ab Sonntag beendet. Im nächsten Jahr, so Schmidt-Lawrence, wolle man aber mit Sicherheit im Museum auf sein literarisches Denkmal hinweisen.

facebook.com/VillaRustica

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30.10.2015, 12:00 Uhr
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