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Harutyunyan: Erst Migration, dann Medaille
Hat sich Stück für Stück nach oben gekämpft: Der deutsche Boxer Artem Harutyunyan. Foto: dpa
Olympische Spiele

Harutyunyan: Erst Migration, dann Medaille

Es ist ein klassisches Box-Märchen: Als Kleinkind flieht Artem Harutyunyan aus Armenien nach Deutschland, kämpft sich in seinem Sport nach oben.

18.08.2016
  • SID

Rio de Janeiro. Für die Rolle als neuer Vorzeige-Boxer ist Artem Harutyunyan prädestiniert. Nach zwölf Jahren beendet der Hamburger Halbweltergewichtler die quälende Zeit der deutschen Faustkämpfer ohne Medaille – und erhält in Rio aufgrund seiner Vita das Prädikat „Vorbild“. Harutyunyan steht beispielhaft für das klassische Märchen eines Box-Aufsteigers. Seine Familie flieht mit ihm 1991 aus Armenien, kommt im Asylheim unter. Bis 2010 habe er von Hartz IV gelebt, erzählte er vor Olympia der „Bild“. Sein Bruder Robert und er werden zunächst vom Vater in Taekwondo trainiert.

Als Boxer wird Harutyunyan EM-Dritter 2013, danach APB-Weltmeister – und will jetzt den größten Erfolg seiner Karriere. „Jede Nacht träume ich von Gold“, sagt er in Rio glücklich mit einer kleinen Schwellung unter dem Auge. „Aber Gold ist nicht alles, am Ende zählt nur, dass man glücklich ist mit sich.“

Um dieses Gefühl weiterzugeben, engagiert sich Harutyunyan für Flüchtlinge, bringt jungen Syrern das Boxen bei. „Ich weiß, wie das Leben für die Flüchtlinge ist und was sie durchmachen“, sagt der 64-Kilo-Mann, während ihm Trainer Timm ein Handtuch gegen die kalte Klimaanlagen-Luft in der Box-Arena von Rio um die Schultern legt.

Mit einem 3:0-Punktsieg über Batuhan Gözgec sicherte er das erste Olympia-Edelmetall für den Deutschen Boxsport-Verband seit 2004. „Das ist für ihn persönlich absoluter Lohn für all die Mühen, die er und sein Bruder für die Familie auf sich genommen haben“, schwärmt sein Trainer Michael Timm im Riocentro 6 vor dem Halbfinale des 26-Jährigen am Freitag (19.45 MESZ) gegen den 13 Zentimeter größeren Lorenzo Sotomayor Collazo (Aserbaidschan). Ein neues Kapitel im Märchen von Artem Harutyunyan ist nicht ausgeschlossen.

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18.08.2016, 06:00 Uhr
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