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Eine Legende für besondere Aufgaben

Harold Kreis gefällt der Job als Co-Trainer der Eishockey-Auswahl

Im deutschen Eishockey zählt der Name Harold Kreis nach wie vor zu den ganz großen. Als Spieler schaffte er es bis in die Ruhmeshalle, nun hat er als Trainer große Ziele - und unterstützt die Nationalmannschaft.

19.05.2010
  • JOCHEN WEIS

Köln/Mannheim Jede Zeit bringt ihre Legenden hervor. Harold Kreis zählt in Mannheim zu dieser Kategorie. 18 Jahre lang, bis 1997, spielte der Verteidiger für den ERC, heute besser bekannt als die "Adler". Zweimal, 1980 und in seinem letzten Profi-Jahr, wurde er mit den Kurpfälzern deutscher Meister, kam in 891 Spielen auf 116 Tore und 382 Vorlagen. Zudem absolvierte der im kanadischen Winnipeg geborene Kreis 180 Länderspiele für Deutschland, davon 86 bei Weltmeisterschaften - mit fünf Toren und 22 Assists. Nicht verwunderlich, dass der 51-Jährige in der deutschen Hall of Fame, der Ruhmeshalle, Platz findet.

Nun schließt sich für ihn der Kreis, "Turtle" (Schildkröte) - so sein Spitzname - ist gleich doppelt zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, nur hinter der Bande. Im deutschen Oberhaus soll er DEL-Rekordmeister Mannheim nach einer enttäuschenden Saison zu altem Glanz führen, im Nationalteam gehört er seit Beginn der WM-Vorbereitung zum Trainerstab von Uwe Krupp.

Letzteres hatte durch die Forderung der DEL nach mehr Einflussnahme auf die Nationalmannschaft zuerst für Wirbel gesorgt - völlig überzogen, wie Kreis meint: "Was auf übergeordneter Ebene abläuft, ist nicht mein Bereich. Uwe hatte mich angerufen und gefragt, ob ich mitmachen möchte. Ich war sofort begeistert", erzählt er, "ich musste mit meinen damaligen Arbeitgeber Düsseldorfer EG abklären, ob ich das machen kann, dann auch mit meinem neuen. Beide haben gesagt: Warum nicht? Wir machen doch das Eishockey besser, wenn die DEL mit dem nationalen Verband kooperiert und umgekehrt."

Auf jeden Fall macht ihm sein Job bei der Nationalmannschaft großen Spaß - durch das gestrige Erreichen des Viertelfinales natürlich besonders. "Die Jungs geben alles. Mehr kann man nicht verlangen." Immerhin hat sich die Arbeit durch den besten deutschen WM-Auftritt seit Jahren schon bezahlt gemacht. Kreis kommt bei der DEB-Auswahl eine Berater-Funktion zu: "Ernst Höfner ist nach wie vor für die Verteidiger zuständig, Uwe Krupp für die Stürmer. Ich bin irgendwo dazwischen. Wenn mir etwas auffällt, bringe einen zusätzlichen Blickwinkel rein. So habe ich meinen Input."

Da lässt es sich verschmerzen, dass Kreis für die Mannheimer Adler noch nicht zur Verfügung steht. Stichwort Spielersuche. "Ich habe in meinem Assistenten Mike Schmidt und Manager Teal Fowler zwei hervorragende Helfer. Zudem habe ich bei der WM die Chance, interessante Spieler zu beobachten."

Dass er an den hohen Erwartungen in Mannheim scheitern könnte, weil die Fans einen Harry Potter erwarten, der die erste Meisterschaft seit 2007 herzaubert, davor ist Kreis jedenfalls nicht bange. "Ich kann weder auf dem Wasser gehen noch Wasser zu Wein machen", sagt er, "wir sind in einer Umbruchphase, wollen zurück zu den alten Grundwerten Einsatz, Leidenschaft und Verbundenheit mit den Fans. Der Rest wird von selber kommen." Seine Entscheidung für den sechsfachen Champion war ihm ohnehin leicht gefallen, "Mannheim ist eine absolute Top-Adresse in Europa."

Dass Kreis das Zeug zum Erfolgscoach hat, bewies er schon in der Schweiz, als er den HC Lugano 2006 zum Titel führte, zwei Jahre später die ZSC Lions. Bei seinem ersten DEL-Engagement wurde er mit Düsseldorf 2009 Vizemeister. Zuletzt hatte die DEG kurz vor den Play-offs den auslaufenden Vertrag vorzeitig gekündigt, als Kreis Wechsel zu den Adlern publik wurde.

"Es war ja nicht so, dass ich nicht schon in der Vergangenheit den Wunsch hatte, nach Mannheim zu gehen", sagt Kreis, der dort nach seiner Spielerkarriere drei Jahre lang als Assistent die ersten Sporen im neuen Metier verdient hatte, "aber im Trainergeschäft ist es oft eine Frage des richtigen Timings. Da hat jetzt alles gepasst."

Harold Kreis gefällt der Job als Co-Trainer der Eishockey-Auswahl
Assistent und Chef: Harold Kreis (links), Uwe Krupp. Foto: Nordphoto

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19.05.2010, 12:00 Uhr
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