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"Man muss in Vorleistung gehen"

Harald Kretschmann, Chef des Energiespezialisten Gaiser, setzt auf das Biberacher Modell

Viele Unternehmen tun sich schwer, Fachkräfte zu finden. Der Energiespezialist Julius Gaiser zieht sie sich selbst heran - seit diesem Herbst mit einer Premiere: dem Biberacher Modell für Energie-Ingenieure.

19.10.2015
  • ALEXANDER BÖGELEIN

Ulm Als Pionier fühlt sich Max Nothacker nicht. Dabei betritt der 18-Jährige aus Lonsee-Radelstetten mit einer Handvoll weiteren jungen Leuten gerade Neuland in der Energietechnik - bundesweit. Er nimmt am Biberacher Modell im Studiengang Energie-Ingenieurwesen teil.

Dieses verbindet die Ausbildung zum Anlagenmechaniker mit dem Studium des Energie-Ingenieurs. Die Absolventen des dualen Studienmodells finden gute Perspektiven in einem Aufgabenbereich, der Zukunft hat: der technischen Ausstattung von Gebäuden, dem Einsatz erneuerbarer Energien und dem Thema Energieeffizienz. Seit September ist Nothacker bei der Julius Gaiser GmbH & Co. KG als Anlagenmechaniker-Azubi angestellt.

Der Geschäftsführer des 1928 gegründeten Ulmer Unternehmens Harald Kretschmann hat sich stark dafür engagiert, das Biberacher Modell auch in der Sanitär-Heizung-Klima-Branche anzuwenden. Diese spürt den Fachkräftemangel. "Nach einem auf Blockheizkraftwerke spezialisierten Ingenieur haben wir mehr als ein Jahr gesucht", nennt er ein besonders krasses Beispiel. Er selbst sieht es als seine Aufgabe zu vermitteln, dass der Beruf spannende Aufgaben bietet. Das habe sich bei vielen Jugendlichen noch nicht herumgesprochen.

Nicht so bei Alexander Nothacker. Der Abiturient des Ulmer Schubart-Gymnasiums besuchte 2014 die Ulmer Bildungsmesse und stieß am Stand der Hochschule Biberach auf das neue Angebot. Er recherchierte über die Firmen, bei denen die duale Ausbildung möglich ist, und bewarb sich bei Gaiser, die er vom Namen zuvor schon gekannt hatte. Ihm gefiel der Praxisbezug, das zukunftsträchtige Thema und dass Gaiser auch große Anlagen für Kunden aus der Industrie baut.

Das Unternehmen hilft anderen Betrieben beim Energiesparen, plant und baut maßgeschneiderte technische Lösungen für Produktions- oder Verwaltungsgebäude und trägt so zum Gelingen der Energiewende bei. Kretschmann sieht das Unternehmen in der Region zwischen Stuttgart und Augsburg als die Nummer 1 bei energieeffizienten Industrieanlagen.

Maximilian Nothacker ist einer von 14 neuen Lehrlingen, so viele wie nie zuvor. Über alle drei Lehrjahre sind es 28. Das starke Engagement in der Ausbildung sieht Geschäftsführer Reinhold Köhler als Investition in die Zukunft. Denn das Unternehmen, das in Ulm und Heidenheim insgesamt 232 Mitarbeiter beschäftigt, will sich über die duale Ausbildung die Fachkräfte von morgen selber heranziehen, sei es als Anlagenmechaniker SHK, technische Systemplaner oder Bürokaufleute. Dazu hat Gaiser in seinem Ausbildungsmarketing ein umfassendes Maßnahmenbündel. Dieses reicht von Bildungspartnerschaften mit der Hillerschule in Steinheim am Albuch (zwei weitere sind geplant) bis hin zu Gastvorlesungen an Hochschulen. Zudem habe das Unternehmen ein Nachwuchsprogramm aufgelegt für Bachelor- und Master-Studenten. "Die werden nicht als billige Arbeitskräfte eingesetzt", sagt Kretschmann.

Das Abschlussgespräch führt er gerne selbst. "Auch später stehen wir für Fragen und Rat zur Verfügung", sagt er. Gaiser setze darauf, dass die Studenten ihren Kommilitonen über ihre guten Erfahrungen berichten. Das erhoffen sich Kretschmann und Köhler auch vom Biberacher Modell im Studiengang Energie-Ingenieurwesen. In zweieinhalb Jahren, wenn die jungen Leute an die Hochschule Biberach wechseln werden, bleiben dort ein paar Plätze frei. Statt der erhofften 20 Teilnehmer, sind es nur sechs.

Die Gaiser-Geschäftsführer sind zuversichtlich, dass sich das ändern wird. Sie setzen auch hier auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Das mit der Ausbildung kombinierte Studium ist für Absolventen mit Fachhochschulreife oder Abitur nicht nur wegen der späteren Aussichten attraktiv. Während der Lehre zahlen die Betriebe eine Ausbildungsvergütung und beteiligen sich an den Wohnheimkosten; auch im Studium erhalten die jungen Leute finanzielle Unterstützung. Kretschmann: "Unternehmen müssen auch mal in Vorleistung gehen."!]

Harald Kretschmann, Chef des Energiespezialisten Gaiser, setzt auf das Biberacher Modell
Projektverantwortlicher Tobias Ludwig (re.) zeigt Azubi Maximilian Nothacker die Energiewelt von Gaiser. Foto: Lars Schwerdtfeger

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19.10.2015, 12:00 Uhr
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