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Festival

Happy Birthday, lieber Pinchas

Viel Jubel gibt's zum Abschluss der Ludwigsburger Schlossfestspiele mit Mozart und Mahler.

23.07.2018
  • OTTO PAUL BURKHARDT

Ludwigsburg. Ein Schlossfestspiel-Finale voller Unvorhersehbarkeiten: Cello-Solistin Amanda Forsyth musste wegen einer Handgelenksverletzung das Brahms-Doppelkonzert absagen – also was tun? Kein Problem: Pinchas Zukerman, Forsyths Ehe- und Doppelkonzertpartner, trat eben alleine auf – mit Mozarts Violinkonzert A-Dur KV 219. Und wie er das tat: souverän, selbstverständlich, unangestrengt. Er ließ seine Guarneri del Gesù einfach singen, in hellem, blühendem Ton, zart und zeitvergessen oder elegant, mit tänzerischem Drive.

„Weicher kann man als Publikum nicht fallen“, meinte Intendant Thomas Wördehoff zu dieser Programmänderung. Und beschenkte den am 16. Juli 70 Jahre alt gewordenen Schlossfestspiel-Freund Zukerman noch nachträglich mit einem Geburtstagsständchen: Top-Geigerin Viviane Hagner spielte als Überraschungsgast Saint-Saëns‘ Konzertsaal- Knaller „Introduktion und Rondo Capriccioso“ – ausdrucksstark, hochvirtuos, mitreißend. Zukerman bedankte sich beim Publikum mit einem kurzen Plädoyer für die verbindende Kraft der Musik, und der Saal sang „Happy Birthday, lieber Pinchas!“ Alles in allem: viel Jubel und Standing Ovations.

Explosiver Elan

Nach der Pause zeigte das nun auf knapp 100 Musiker verstärkte Festspielorchester unter Pietari Inkinen bei Mahlers Erster vollends seine Qualitäten. Mit soviel traumhaft-surrealen Farben, mit soviel explosivem Elan hat man die „Titan“-Sinfonie selten gehört. Inkinen lässt bilderreich musizieren und inszeniert das Ganze als fulminantes Kolossalgemälde aus zauberhaften Naturklängen, verwehten Reminiszenzen, bittersüßen Klezmer-Anmutungen und grandiosem Weltumarmungs-Optimismus.

Kurzum, das Abschlusskonzert und die bereits vorliegende Saisonbilanz – 35 000 Besucher und eine Auslastung von 80 Prozent – zeigen einmal mehr, dass Intendant Thomas Wördehoff mit seinem teils gegen Widerstände durchgesetzten Konzept, einer Ästhetik der Überraschungen, den richtigen Weg gegangen ist.

Für sein zehntes und letztes Jahr 2019 kündigt Wördehoff eine viel versprechende Produktion aus Paris an: Webers „Freischütz“ unter der Dirigentin Laurence Equilbey, inszeniert von Clément Debailleul & Raphaël Navarro, zwei Pionieren der „Nouvelle Magie“, einer zirzensischen Melange aus Tanz, Theater, Kunst und Neuen Medien. Das Team verspricht unter anderem, mit Hologramm-Technik die Gesetze von Raum und Zeit aufzulösen. In diesem Sinn: Die Schlossfestspiele bleiben ein Ort der Überraschungen. Otto Paul Burkhardt

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23.07.2018, 06:00 Uhr
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