Atommüll

Halb Baden-Württemberg ist für Endlager geeignet

Erkundungsgesellschaft stellt ersten Bericht zu möglichen Standorten vor. Gelassenheit im Südwesten, Widerstand in Bayern.

29.09.2020

Von DPA

Bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland kommt nach einer ersten Auswahl fast die Hälfte der Fläche Baden-Württembergs als möglicher Standort infrage. Im Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) werden Regionen auf einem Gebiet von insgesamt 16 848 Quadratkilometern genannt. Die vier Teilgebiete im Südwesten, in denen es nach BGE-Erkenntnissen günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager gibt, erstrecken sich über 39 Landkreise und kreisfreie Städte.

Der Südwesten ist unter anderem wegen des Tongesteins an der Grenze zu Bayern im Gespräch. Dieses Teilgebiet erstreckt sich entlang einer Achse Ulm – Heidenheim. Ein weiteres Teilgebiet erfasst unter anderem die Landkreise Göppingen, Schwäbisch Gmünd, Aalen und Schwäbisch Hall. Ebenfalls möglich wäre ein Standort im Schwarzwald als Teil einer Region, die sich Richtung Osten über Bayern bis an die tschechische Grenze zieht. Konkrete Regionen werden in dem Bericht nicht genannt.

Salz, Granit und Ton sind als geologische Formationen für einen Endlagerstandort grundsätzlich geeignet. Das gebe es eben auch im Südwesten, zeigte sich Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) wenig überrascht. Dennoch dürfte die Debatte über die Endlagerung nun in Fahrt kommen. „Mir ist auch klar, dass es da heute einiges an Unruhe geben wird“, sagte Untersteller dem SWR.

Spannend wird es in den kommenden Jahren. Dann werden aus den Teilgebieten sogenannte Standortregionen ausgewählt, die genauer erkundet werden. Einige davon werden dann auch unter Tage erforscht.

Kritische Töne kamen aus Bayern. Es gebe im Verfahren jetzt „keine Totalblockade“, Bayern werde das Verfahren aber „sehr konstruktiv und kritisch begleiten“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dazu werde die Staatsregierung auch auf eigene wissenschaftliche Expertisen zurückgreifen, sagte er.

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Erstellt:
29. September 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
29. September 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. September 2020, 06:00 Uhr

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