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Häftling verhungert: Verfahren noch in weiter Ferne
Der Innenhof mit Sportplatz in der Justizvollzugsanstalt in Bruchsal. Foto: Ronald Wittekt/Archiv dpa/lsw
Karlsruhe

Häftling verhungert: Verfahren noch in weiter Ferne

Im Fall des verhungerten Häftlings im Bruchsaler Gefängnis ist die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen eine Anstaltsärztin in weiter Ferne.

02.08.2016
  • dpa/lsw

Karlsruhe. Die Medizinerin war bereits im Juli vergangenen Jahres wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Die Hauptverhandlung sei aber noch nicht einmal terminiert, sagte ein Sprecher des Landgerichts Karlsruhe am Dienstag. Das werde frühestens im Herbst geschehen. Mit einer Entscheidung sei in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen.

Hintergrund der langen Dauer sei, dass Verfahren mit in Untersuchungshaft befindlichen Häftlingen immer Vorrang hätten. Außerdem komme es auch darauf an, ob ein Prozess zügig innerhalb von zwei oder drei Tagen beendet werden könne. «Das wird hier aber sicher nicht der Fall sein», sagte der Sprecher. Solche Verzögerungen seien aber für alle Beteiligten nicht gerade ideal.

Der Ärztin wird fahrlässige Tötung durch Unterlassung vorgeworfen. Sie sei für die gesundheitliche Überwachung des Häftlings in der Justizvollzugsanstalt zuständig gewesen und habe nicht erkannt, dass der psychisch auffällige Mann notfalls auch hätte zwangsernährt werden müssen. Der Mann aus dem afrikanischen Burkina Faso war im August 2014 in seiner Zelle verhungert. Er hatte lange in Einzelhaft gesessen.

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02.08.2016, 14:19 Uhr | geändert: 02.08.2016, 10:20 Uhr
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