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Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Ein Meisterwerk: „M Eine Stadt sucht einen Mörder“ mit Peter Lorre wurde 1931 in den Ufa-Studios gedreht. Foto: akg-images/Horst von Harbou - Stiftung Deutsche Kinemathek
Film

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

100 Jahre Ufa: Bewegte Geschichte zwischen Kunst, Propaganda und dem breiten Mittelfeld der Unterhaltung

18.12.2017
  • EPD

Frankfurt a.M. Es ging darum, den schwindenden Kriegswillen der Deutschen zu stärken: Ein Jahr vor Ende des Ersten Weltkriegs gründete ein Banken-Konsortium auf Veranlassung des militärischen Generalstabs eine Filmproduktionsfirma: die Universum Film AG, kurz Ufa. Das war am 18. Dezember 1917, vor 100 Jahren. Der erste Film „Dem Licht entgegen“ handelt von einem Soldaten, der verschüttet und gerettet wird – Filme als Propaganda.

Nach dem verlorenen Krieg wurde die Ufa schnell zum wichtigsten Filmproduzenten der Weimarer Republik. Mit Meisterwerken wie „Die Nibelungen“ (1924), „Der letzte Mann“ (1924) oder „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931) verblüffte sie die ganze Filmwelt – bis während der NS-Diktatur die NSDAP die völlige Kontrolle über die Filmproduktion übernahm.

Filmkunst, Propaganda und dazwischen das breite Mittelfeld der Unterhaltung mit Filmen wie „Die Drei von der Tankstelle“ (1930) mit Heinz Rühmann oder „Der Kongress tanzt“ (1931) mit Lilian Harvey: Dieser Kontrast bestimmt auch im Festjahr 2017 die Feiern, Filmvorführungen, Ausstellungen und Kongresse zum Ufa-Jubiläum.

Entscheidend für den Erfolg der Ufa in der Weimarer Republik war der Produzent Erich Pommer (1889-1966). Schon bevor er zur Ufa kam, hatte er 1920 mit seiner eigenen Firma Decla-Bioscop „Das Cabinet des Doctor Caligari“ produziert, einen der berühmtesten deutschen Filme überhaupt. 1921 wurde er Leiter der Ufa-Produktion. Ihn faszinierten künstlerische Visionen wie in den Filmen „Phantom“ von F.W. Murnau oder „Dr. Mabuse“ (beide 1922) von Fritz Lang. Die kühnste Produktion aber, Fritz Langs Science-Fiction-Film „Metropolis“, wurde zum finanziellen Desaster. Heute gilt der Film als eine Großtat der Ufa.

Fritz Lang hatte, Pommers Anweisungen missachtend, immer wieder die Drehzeit überzogen. Die Ufa stand vor dem Bankrott. Auch das Publikum mied den Film, als er endlich 1927 ins Kino kam. Pommer verließ die Ufa – und kam zwei Jahre später zurück: Die Ufa brauchte seinen künstlerischen Wagemut.

Alfred Hugenberg und der Scherl-Verleger Ludwig Klitzsch sanierten das Unternehmen, ließen den Regisseuren noch freie Hand, schoben aber die Ufa langsam politisch nach rechts. Keine Überraschung also, dass die neuen Herren schon im Frühjahr 1933 ihre jüdischen Mitarbeiter entließen – noch bevor die Nazis das verlangten.

Zu NS-Zeiten ein Staatsbetrieb, wurde die Ufa nach 1945 wieder privatisiert und ist seit 1964 Teil des Bertelsmann-Konzerns. Statt Spielfilmen – einige werden noch hergestellt – produziert die Ufa nun vor allem fürs Fernsehen, besonders für RTL. „Bauer sucht Frau“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kommen von der Ufa. Geleitet wird sie von Wolf Bauer, von 1990 bis 2017 alleiniger Geschäftsführer, mittlerweile zusammen mit dem Regisseur Nico Hofmann. epd

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18.12.2017, 06:00 Uhr
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