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Erhebung

Gute Noten für die Lebensqualität

Die Bürger im Raum Stuttgart genießen die Natur und ärgern sich über Staus. Dies hat eine Umfrage des Regionalverbands ergeben.

14.09.2018

Von DANIEL GRUPP

Den Menschen gefallen die schönen Plätze in der Region. Sie kritisieren aber Verkehrslage und Wohnungsnot. Foto: Ferdinando Iannone

Stuttgart. Die Menschen leben gerne im Raum Stuttgart. 94 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass hier die Lebensqualität gut oder sehr gut ist. Dies hat eine Umfrage ergeben, die der Verband Region Stuttgart (VRS) in Auftrag gegeben hatte. In einer Telefonumfrage haben sich 1309 Bewohner zu Vorzügen und Problemen geäußert. Mit Blick auf die Wahl zur Regionalversammlung im Mai wurde auch nach der Einschätzung der Bürger zum Regionalverband gefragt. Die Verwaltung des VRS und die Regionalräte sahen sich in ihrem Tun durch die Erhebung bestätigt. Dies zeigte sich am Mittwoch, als die Ergebnisse der „Bürgerumfrage 2018“ im Wirtschaftsausschuss der Regionalversammlung vorgestellt wurden. „Die Umfrageergebnisse bestätigen die Zielrichtung unserer Arbeit, sie zeigen aber auch die Problemfelder auf“, stellte Regionaldirektorin Nicola Schelling fest.

Verbundenheit Knapp zwei Drittel der Menschen wohnen schon immer in der Region, etwas mehr als ein Drittel ist zugezogen. Bei der Frage nach der Verbundenheit zu verschiedenen politischen Ebenen liegt Deutschland mit 87 Prozent ganz vorne. 44 Prozent fühlen sich stark verbunden, 43 Prozent fühlen sich verbunden. Dahinter liegen Baden Württemberg mit 83 Prozent und die jeweilige Wohnkommune (79 Prozent). Während diese Werte nur um maximal drei Prozentpunkte von der Studie 2013 abweichen, ist die Verbundenheit mit Europa um neun Punkte auf 73 Prozent stark gestiegen. Hinter den Landkreisen, die leicht zulegten (69 Prozent), ist die Region die politische Einheit (58 Prozent), zu der ihre Bürger die geringste Nähe zeigen. Wobei sich ergeben hat, dass sich solche Bürger, die im Kern der Region wohnen oder eine höhere Bildung haben, stärker an der Region hängen.

Vorzüge Natur und Landschaft stehen mit 39 Prozent ganz oben, wenn die Menschen drei Punkte nennen konnten, was ihnen besonders gut an der Region Stuttgart gefällt. Danach folgen Infrastruktur (21), Theater und Oper (20) sowie Jobangebot und Mentalität (jeweils 14 Prozent). Wobei die posititve Bewertung der Natur im Bereich der Orte am S-Bahnnetzes um fünf Punkte abgenommen hat.

Probleme Die Staus und die allgemeine Verkehrslage stehen mit Abstand vorne (37 Prozent), wenn die Bürger gefragt werden, was ihnen an der Region nicht gefällt. Danach folgen mit Abstand Infrastruktur (17), Luftverschmutzung (11), Wohnungsmarkt (10) und Stuttgart 21 (9). Wobei sich vor allem die Menschen, die in den letzten zehn Jahren zugezogen sind, an der Wohnungsnot stören. Die Höhe des Ausländeranteils scheint kaum ein Missfallensgrund zu sein. Das macht bei den Bürgern nur vier Prozent auf der Negativliste aus.

Aufgaben Handlungsbedarf sehen die Befragten vor allem im Bereich Straßenverkehr. Auch der ÖPNV und der Wohnungsmarkt haben im Vergleich zu 2013 eine viel schlechtere Beurteilung erhalten. Die Bürger finden, dass der ÖPNV zu teuer ist. Die Umfrage hat aber auch gezeigt, dass es nur schwer möglich ist, die Mängel zu beheben. Denn die Mehrheit der Bürger lehnt es ab, freie Flächen mit Wohnungen, Straßen, Gewerbearealen oder neuen Bahnstrecken zu bebauen. Hier wirkt sich aus, dass die Bürger die Landschaft so toll finden.

Politik Die Regionalräte sahen sich durch die Umfrage bestätigt. Der Regionalverband befasse sich mit den richtigen Themen. Die Tarifreform im Verkehrsverbund gehe in die richtige Richtung. „Der Verkehr bewegt die Menschen“, stellte Andreas Koch (CDU) fest. Dazu gehöre der Individualverkehr. Cleo Becker (Grüne) sah sich bestätigt, die Natur zu schützen: „Die Bürger sagen Nein zu mehr Zersiedelung.“ Jürgen Zieger (SPD) bedauerte, dass niemand sagen könne, wie bezahlbare Wohnungen für breite Schichten geschaffen werden können. Gerd Maisch (Freie Wähler) bilanzierte: „Den Menschen gefällt es in der Region.“

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Erstellt:
14. September 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. September 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 06:00 Uhr

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