Unglück in Leverkusen

Nach Brand in Chemiepark: Gute Nachricht für die Anwohner

Nach dem Brand in einem Chemiepark in Leverkusen geben die Behörden eine erste Entwarnung: Offenbar sind kaum Schadstoffe freigesetzt worden. Noch immer werden zwei Menschen vermisst.

31.07.2021

Von dpa

Die Rauchwolke des Brands im Levekusener Chemieparks zog auch über angrenzende Orte hinweg. Foto: Oliver Berg

Leverkusen. Nach der Explosion und dem Brand in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage hat das nordrhein-westfälische Landesumweltamt in den niedergegangenen Rußpartikeln nach eigenen Angaben nur eine geringe Schadstoffbelastung entdeckt. Es seien keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen in den Rußpartikeln festgestellt worden, teilte das Landesumweltamt am Freitag mit. Bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) seien sehr geringe Werte gemessen worden, die die Bewertungsgrenzen unterschritten hätten.

Untersuchungen dauern an

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die am Brandereignis beteiligten Stoffe nur ein geringes Dioxin-Bildungspotential gehabt hätten, heißt es in einer Mitteilung des Landesamtes. Der Fachbereichsleiter für den Sondereinsatz des Landesumweltamtes, Ulrich Quaß, sprach bei einer Pressekonferenz in Leverkusen zunächst von einer guten Nachricht. Aber man wisse noch nicht, ob eventuell weitere Stoffe freigesetzt worden seien. Die Ermittlungen, welche Stoffe bei dem Unfall beteiligt gewesen seien, dauerten noch an.

Das Landesumweltamt empfiehlt vor diesem Hintergrund, die bisher geltenden Vorsorgemaßnahmen aufrechtzuerhalten. Die Menschen sollten weiterhin auf den Verzehr von Obst und Gemüse aus dem Garten verzichten, verunreinigte Flächen nicht anfassen und auch nicht selbst reinigen, bekräftige das Landesumwelt am Freitag noch einmal. Das gelte für das betroffene Stadtgebiet Leverkusen und die unmittelbar angrenzenden Bereiche der Städte Leichlingen und Opladen.

Nach zwei Vermissten wird weiterhin gesucht, machten bei der Pressekonferenz der Leverkusener Oberbürgermeister Uwe Richrath und Hans Gennen von der Geschäftsführung des Chempark-Betreibers Currenta deutlich. Bislang wurden vier Menschen tot gefunden. Ein Schwerverletzter starb zudem im Krankenhaus. Nach der Detonation am Dienstag hatten im Leverkusener Chempark – einem Gelände mit Chemie-Unternehmen – Tanks gebrannt, in denen nach früheren Angaben der Betreiberfirma Currenta zwischen 600 000 und 900 000 Liter „organische Lösungsmittel“ lagerten. „Das ist eine Klasse an Lösungsmitteln, die in der Chemie einfach als Reststoffe anfällt“, hatte der Leiter des Chemparks, Lars Friedrich, vor einigen Tagen erklärt.

Die Ursache der Explosion ist noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion gegen Unbekannt. Sie will herausfinden, ob menschliche Fehler zur Katastrophe führten.

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Erstellt:
31. Juli 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Juli 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2021, 06:00 Uhr

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