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Übrigens

Gute Konzepte, viel Enttäuschung

Ganz sicher war sich Baubürgermeister Cord Soehlke nicht, ob sich das Baugruppen-Konzept auf Häuser für Flüchtlinge umsetzen lässt. Schließlich ist es ein Unterschied, ob Bauherren für sich selber bauen oder für andere. Dazu kam: Die Ansprüche sind hoch und die Zeit war knapp.

02.07.2016
  • SABINE LOHR

Doch die Idee ging auf: Rund 120 Bewerbungen hat die Bauverwaltung für die sechs ausgeschriebenen Standorte bekommen. Dahinter verbergen sich 50 Baugruppen und Gesellschaften. Am einfachsten war sicherlich die Vergabe an die Gesellschaften. Bei ihnen ist die Finanzierung sicher, sie haben Erfahrung und sie können günstige Wohnungen bauen. Aber wohlüberlegte soziale und integrative Konzepte bieten sie nicht. Für einen solchen Bau kam nur ein Standort in Frage – der Heuberger Tor-Weg. Bei allen anderen Standorten war mehr Engagement gefragt.

Für den Horemer gab es andere, ältere Pläne: Dort sollten irgendwann einmal Wohnungen für Wissenschaftler gebaut werden, die nur kurze Zeit in Tübingen arbeiten. Sie werden jetzt früher gebaut – und zunächst ziehen nicht Wissenschaftler, sondern eben Flüchtlinge ein.

Am Hechinger Eck, im Französischen Viertel und in der Brückenstraße sind die Standorte mitten in den Quartieren. Dort kommt es besonders darauf an, dass die neuen Bewohner gut integriert werden, dass sich die Nachbarn einbringen und nebenbei auch einen Mehrwert haben – in Form eines Veranstaltungsraums, eines Cafés oder auch von kleinen Läden.

Für diese Standorte gab es viele Bewerbungen, vor allem von Baugruppen. Oft haben sich Nachbarn zusammengeschlossen, die selber in die Hand nehmen wollen, was in ihrem Viertel passiert. Hinter anderen Gruppen stecken sozial engagierte Leute oder solche, die mit ähnlichen Konzepten schon erfolgreich sind. Viel Herzblut steckt hinter diesen Bewerbungen: Man ist zusammengesessen und hat sich Gedanken über gelingende Integration gemacht, man hat überlegt, wie Engagement für die neuen Bewohner aussehen sollte und was es dafür braucht. Man hat Finanzierungsmodelle entworfen und manchmal auch schon Zusagen für Genossenschaftsanteile oder Kleinkredite in der Tasche gehabt. Am Ende waren manche Baugruppen so überzeugt von ihrem Konzept, dass sie sicher waren, den Zuschlag zu bekommen, weil es ein besseres Konzept als ihres gar nicht geben könne.

14 Bewerbungen für den Französischen Platz, 18 für das Hechinger Eck und 40 für die Brückenstraße hat die Verwaltung bekommen. Sechs von diesen 72 Konzepten musste sie auswählen. Alle anderen kamen nicht zum Zug, so gut ihre Ideen auch sind. Hoffentlich schlägt nun die Enttäuschung, vor allem von abgelehnten Anwohner-Gruppen, nicht in Widerstand gegen die Bebauung um. Denn allein die Vielzahl genau dieser Bewerbungen zeigt, wie gut der Tübinger Weg ist. Er darf nicht in einer Sackgasse enden.

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02.07.2016, 01:00 Uhr
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