Kulturhauptstadt

Gute Ideen, miserable Anbindung

In Chemnitz starten die Vorbereitungen für das Jahr 2025. Doch wie sollen die Besucher anreisen?

31.12.2020

Von DPA

Chemnitz. Für das Programm der Kulturhauptstadt Europas 2025 sollen kommendes Jahr die ersten Beiträge konkretere Formen annehmen. „Wir haben vier Jahre, das Programm vorzubereiten“, sagt der Leiter des Kulturhauptstadt-Projektes, Ferenc Csák. 2021 sei ein Viertel der Vorbereitungszeit, in der Grundstrukturen geschaffen und Führungspositionen wie die des Geschäftsführers und des künstlerischen Leiters besetzt werden müssten.

Zu den Vorhaben, die 2021 forciert werden, gehört der virtuelle Raum „maker-space.eu“. „Der steht als kreativer Hub im Zentrum des künftigen Programmes“, erläutert Csák. Dort sollen sich Kreative aus Europa und der Welt treffen und tätig werden. Zudem sind für die „Parade der Apfelbäume“ 2021 erste Pflanzungen der insgesamt 4000 Bäume geplant. Auch andere Vorhaben, die viel Abstimmung brauchen, müssten schon jetzt vorangetrieben werden, betont Csák. Dazu nennt er etwa den „Purple Path“, ein Kulturpfad durch mehr als 20 Orte in der Region, das Projekt „3000 Garagen“ als versteckte kreative Orte in der Stadt sowie die geplante Akademie der Autodidakten. Insgesamt planen die Verantwortlichen mit einem Budget von mehr als 91 Millionen Euro.

Gefordert sieht Csák allerdings Bund und Land darin, zügig die Verkehrsanbindung von Chemnitz zu verbessern. Denn die mit rund 245 000 Einwohnern viertgrößte Stadt Ostdeutschlands ist vom Bahn-Fernverkehr abgehängt. Es sei eine Grundvoraussetzung, dass Stadt und Region auf Straße, Schiene und aus der Luft international erreichbar seien, betonte der frühere Staatssekretär im ungarischen Kulturministerium.

Dazu gehören aus seiner Sicht auch eine Anbindung und gute Taktung nach Prag sowie eine direkte Zugverbindung zum internationalen Flughafen BER in Berlin. Csák zeigt sich zuversichtlich, dass diese Maßnahmen rechtzeitig umgesetzt werden: „Die Landesregierung hat uns immer hervorragend unterstützt.“

Bestätigung steht noch aus

Offiziell ist Chemnitz übrigens noch nicht Kulturhauptstadt 2025: Nach Kritik am Vergabeverfahren, von fehlender Transparenz und Beraterfilz war die Rede, hatten die Kulturminister der Länder in ihrer jüngsten Sitzung die Entscheidung für die sächsische Stadt nicht bestätigt und wollen erst Anfang des neuen Jahres einen entsprechenden Beschluss fassen. Zuvor soll ein Gesprächsangebot der Jury zur Kritik angenommen werden. Am Titel hatte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) jedoch keine Zweifel aufkommen lassen: „Chemnitz ist zweifelsohne die Siegerstadt.“ dpa

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Erstellt:
31. Dezember 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Dezember 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Dezember 2020, 06:00 Uhr

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