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Wirtschaft

Gute Chancen auf einen Traumberuf

In der Region Stuttgart sind noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Handwerkskammer möchte mehr Mädchen für technische Berufe begeistern.

22.06.2019

Von JÜRGEN SCHMIDT

Trotz Autokrise ist eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei vielen jungen Männern immer noch heiß begehrt. Foto: Jürgen Schmidt

Niklas Bladek hat seinen Traumjob schon gefunden. Der 19-Jährige wird seit etwas mehr als zweieinhalb Jahren in einem Ludwigsburger Autohaus zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Der Beruf gehört nach wie vor zu den gefragtesten im Handwerk, erklärt der Sprecher der Handwerkskammer Region Stuttgart, Gerd Kistenfeger. Ganz oben in der Gunst der Jugendlichen stünden auch andere technische Berufe, vor allem im Metallhandwerk. Aber auch die Ausbildung zum Anlagentechniker für Sanitär und Heizung sei derzeit angesagt, so Kistenfeger. Das gilt allerdings vor allem für Jungen. Bei den Mädchen sei im Handwerk Friseurin weiterhin der Wunschberuf schlechthin.

Bei der Handwerkskammer sieht man diese traditionellen Berufsvorstellungen der Schulabgänger mit einem gewissen Unbehagen. „Wir haben bei den Mädchen eine Stagnation im gewerblich-technischen Bereich“, klagt Kistenfeger. Viele Betriebe benötigten aber mehr junge Frauen, um ihre Ausbildungsstellen besetzen zu können. Das Handwerk will deshalb noch intensiver um Mädchen für diese Berufe werben.

Bei den besonders begehrten IHK-Ausbildungsberufen halten sich der kaufmännische und der technische Zweig die Waage. Die meisten Ausbildungsverträge seien bislang für Industriekaufleute (443 bis Ende Mai) und Industriemechaniker (400) abgeschlossen worden, teilt eine Kammersprecherin auf Anfrage mit. Dahinter folgen Mechatroniker (380), Kaufleute für Büromanagement (368) und Bankkaufleute (294).

Wer bislang noch keine Lehrstelle gefunden hat, muss nach Einschätzung der Experten nicht in Panik verfallen. Denn die Auswahl in der Region ist nach wie vor groß. Die IHK hat in ihrer Ausbildungsplatz-Börse aktuell noch rund 1400 Angebote für einen Start im kommenden September, im Handwerk gibt es rund 600 offene Lehrstellen. Ausbildungen im öffentlichen Dienst oder Organisationen außerhalb der Wirtschaft sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Die meisten unbesetzten Ausbildungsplätze gibt es laut IHK derzeit bei den Banken (124). Und auch künftige IT-Experten werden händeringend gesucht. 121 Lehrstellen zum Fachinformatiker sind noch zu haben und das obwohl für diesen Beruf bereits 309 Verträge abgeschlossen wurden.

Nicht allzu großer Beliebtheit erfreuen sich Berufe im Einzelhandel und in der Gastronomie. Dort schrecken seit jeher die Arbeitszeiten und Verdienstmöglichkeiten viele Jugendliche ab. Im Handwerk gehören traditionell das Lebensmittelhandwerk, also Bäcker und Metzger, zu den wenig gefragten Branchen in Sachen Ausbildung. Doch auch am Bau und im Ausbaugewerbe seien noch viele Lehrstellen frei, sagt Kistenfeger, obwohl vor allem im Bauhauptgewerbe sehr hohe Ausbildungsvergütungen gezahlt würden.

Mehr Verträge abgeschlossen

Trotz noch vieler unbesetzter Ausbildungsplätze gehen die Kammern von einer insgesamt positiven Entwicklung aus. Bis Ende Mai seien schon 2,2 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als im Jahr zuvor bis zu diesem Zeitpunkt, erklärt die IHK-Sprecherin. Und auch das Handwerk erwartet, dass zum Ausbildungsstart im September noch viele Lehrstellen besetzt werden können.

Dazu tragen im Handwerk in immer größerem Umfang auch junge Flüchtlinge bei. Es gebe einen klaren Aufwärtstrend, so Kistenfeger. Viele von ihnen hätten speziell für Handwerksberufe viel Talent. Grundvoraussetzung sei allerdings, dass die Bewerber Deutsch können. Sonst sei eine Ausbildung nicht zu schaffen.

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Erstellt:
22. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2019, 06:00 Uhr

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