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Prozess

Gutachter: Janagha A. ist schuldunfähig

Messerstecher von Ravensburg soll an Schizophrenie leiden, Halluzinationen haben und Stimmen hören.

23.03.2019

Von AW

Ravensburg, 28. September 2018: der abgesperrte Tatort. Foto: Felix Kästle/dpa

Ravensburg. Der 22-Jährige, der Ende September 2018 auf dem Ravensburger Marienplatz drei Menschen mit einem 20 Zentimeter langen Messer schwer verletzt hat, ist nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters schuldunfähig. Janagha A. habe zugestochen, weil Stimmen ihm eingeredet hätten, dass andere Leute ihn verachteten und keinen Respekt vor ihm hätten, sagte der Psychiater Hermann Assfalg am Freitag vor Gericht.

Die Stimmen hätten Janagha A. auch gesagt, dass ein früherer Arbeitskollege, ein Iraker, ihn verachte. Diesen wollte er deshalb als erstes angreifen. „Er wollte mit ihm kämpfen, um nicht mehr verachtenswert zu sein“, sagte Assfalg, um den Stimmen endlich zu entkommen, sie verstummen zu lassen.

Der Ex-Kollege kam aber nicht auf den Marienplatz. A. ging auf zwei Syrer los, die er für Araber hielt wie den Iraker. „Ich bin Afghane!“, soll er noch gerufen haben, bevor er auf die Männer eingestochen hat. Beide wurden schwer verletzt. Ein 52-jähriger Deutscher war sein drittes Opfer.

Weiter gefährlich

A. leide an einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie, sagte der Gutachter. Weil er weiter gefährlich ist für die Allgemeinheit, sei eine Unterbringung im Maßregelvollzug nötig. Wie sicher er sich sei, dass die Schuldfähigkeit beim Angriff komplett ausgeschlossen gewesen war, fragte Nebenklagevertreter Jürgen Caillet. „Absolut sicher“, antwortete Psychiater Assfalg dem Anwalt. Janagha A. zeige klare Symptome für eine Schizophrenie, neben den Halluzinationen auch Denkstörungen.

A. war Anfang 2016 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Mehrmals war er in der Psychiatrie, zuletzt bis zwei Tage vor der Tat. Seit Donnerstag steht der 22-Jährige in Ravensburg vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts. Wegen vermuteter Schuldunfähigkeit läuft gegen ihn ein Sicherungsverfahren. Das Gericht entscheidet dabei über die Unterbringung in der Psychiatrie. Am Donnerstag, 28. März, geht der Prozess weiter.

Alfred Wiedemann

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Erstellt:
23. März 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. März 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. März 2019, 06:00 Uhr

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