Wohnen

Grundsteuer nach Stuttgarter Art

Grün-Schwarz verständigt sich auf eigenes Landesmodell.

22.07.2020

Von ROLAND MUSCHEL

Neubau eines Hauses bei Schwerin. Foto: Jens Büttner/dpa

Stuttgart. Baden-Württemberg geht bei der Abgabe auf Grundstücke eigene Wege und weicht vom Bundesmodell erheblich ab: Die Grundsteuer wird künftig nicht mehr am Wert des Gebäudes einschließlich Grundstück ausgerichtet, sondern orientiert sich an der Grundstücksfläche und dem Bodenwert, der von Gutachterausschüssen ermittelt wird. Für Grundstücke, die vorrangig Wohnzwecken dienen, gibt es einen 30-prozentigen Abschlag. Dem im grün-schwarzen Koalitionsausschuss erzielten Kompromiss haben am Dienstag beide Regierungsfraktionen zugestimmt.

Das von den Grünen favorisierte Modell sei „gerecht, weil wir Wohngebäude privilegieren und die Mieter entlasten. Und es hat eine lenkende Wirkung: Es motiviert, baureife Grundstücke tatsächlich zu bebauen“, sagte Grünen-Finanzexpertin Thekla Walker. „Wohnen darf nicht teurer werden“, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart. Deshalb werde der Wohnbereich auf seinen Vorschlag hin gegenüber dem Gewerbe privilegiert. Man habe dafür gesorgt, dass die Ausgestaltung für die Steuerzahler seitens des Landes ertragsneutral sei, sagte CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann.

Über die endgültige Höhe der Steuer, die Vermieter über die Nebenkosten auf Mieter umlegen können, entscheidet aber die jeweilige Kommune: Sie darf auf die ermittelten Werte den Hebesatz anwenden, der von Gemeinde zu Gemeinde variieren kann. Roland Muschel

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Erstellt:
22. Juli 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Juli 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2020, 06:00 Uhr

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