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Landtagswahl-Nominierung

Grüne setzen auf Daniel Lede Abal

Überraschend klare Entscheidung bei den Grünen: Direkt im ersten Wahlgang setzte sich Daniel Lede Abal (im Bild rechts) am Freitagabend durch. Zweitkandidatin ist Ulrike Baumgärtner. Die Landtagsabgeordnete Ilka Neuenhaus bewarb sich nicht mehr: Sie zog zu Beginn der Woche zurück.

08.10.2010
  • ran & job

Tübingen. Die Grünen trafen sich in der Schulmensa in der Uhlandstraße in Tübingen zu ihrer Nominierungsversammlung. Gekommen waren etwas über hundert Leute, 97 davon wahlberechtigt. Da Ilka Neuenhaus nicht wieder in den Landtag will (sie war für Boris Palmer nachgerückt, als der nach der Wahl zum Tübinger Oberbürgermeister sein Mandat aufgab), blieb ein Bewerber-Quartett.

Der Sieger ist Daniel Lede Abal. Er erhielt 49 der abgegeben 97 Stimmen, es gab eine Enthaltung. Den 34-jährigen Weinhändler mit deutschen und spanischen Wurzeln zieht es in den Landtag, „weil wir eine neue soziale und ökologische Politik brauchen“. Er fordert ein kostenfreies Bildungssystem. Als persönliche Schwerpunkte kämen Verbraucherschutz, Datenschutz und Reform der direkten Demokratie hinzu. Beobachter (und angesichts seines Ergebnisses auch seine Parteifreunde) bescheinigten ihm die inhaltlich stärkste Rede des Abends. Abal nahm die Wahl an, der erste Gratulant war der Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann.

Ulrike Baumgärtner, der Vorsitzenden der AL/Grünen-Fraktion im Tübinger Gemeinderat, liegt in erster Linie „die Gleichstellung der Geschlechter am Herzen“. Sie setzt sich für eine Quote auch für Universitäten und in der Wirtschaft ein. Überdies will sie die Kommunalfinanzen stärken, etwa durch eine ökologische Grundsteuer für brachliegende Bauflächen. Für Baumgartner sprachen sich am Freitagabend einige Gemeinderäte aus. Für sie stimmten 26 Grüne. Sie wurde im Anschluss mit 80 Stimmen zur Zweitkandidatin gewählt.

Berndt Rüdiger Paul sieht eine Chance für die Grünen, das Direktmandat im Wahlkreis zu erlangen. Ein Schwerpunkt ist für ihn auch die Ökologisierung der Wirtschaft. Mit diesem Programm überzeugte er 15 Wahlberechtigte.

Der jüngste Kandidat, Rolf Bräutigam, will „endlich mit jungen, frischen Ideen Schwarz-Gelb beenden“. Die Hürden für Volksbegehren müssten sinken, man brauche eine Wende zu einer humanen Asylpolitik und eine Neuorientierung bei der Bildung. Er wurde von der Grünen Jugend unterstützt - und bekam sechs Stimmen.

Alle vier Kandidat/inn/en sprachen sich in ihrer Vorstellungsrunde (jede/r hatte zehn Minuten) und in der ausgiebigen Fragerunde für eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre und gegen Studiengebühren aus.

Alle vier trauen sich zu, das Direktmandat gegen die populäre CDU-Kandidatin Lisa Federle zu holen. Es gebe nur eine Stimme, so Baumgärtner: "Wo Federle draufsteht, ist Mappus drin."

Einen ausführlichen Bericht und einen Kommentar gibt es in der Montagsausgabe des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTs.

Grüne setzen auf Daniel Lede Abal
Ulrike Baumgärtner

Grüne setzen auf Daniel Lede Abal
Daniel Lede Abal

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08.10.2010, 12:00 Uhr
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