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Grüne Technologien als Modernisierungstreiber
Umweltministerin Svenja Schulze: Dekarbonisierung der Wirtschaft soll im Dialog erfolgen. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Umwelt

Grüne Technologien als Modernisierungstreiber

Bundesministerin Svenja Schulze sieht in dem Bereich ein gewaltiges Wachstumspotenzial.

14.04.2018
  • INGO SCHULZE

Berlin. Der erste offizielle Auftritt von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wurde mit Spannung erwartet: Angesichts der verpassten Klimaziele und des nicht ausgestandenen Dieselskandals ist die Neugierde hoch, wie sie ihr Amt interpretieren wird. Schulzes Auftritt deutet nun auf einen eher wirtschaftsfreundlichen Kurs hin. Bei ihrer ersten Pressekonferenz gestern wiederholte sie, wie wichtig ihr eine sozialverträgliche Umwelt- und Klimapolitik ist. „Wenn man immer nur sagt ,das dürft ihr nicht‘ ist Umweltpolitik nicht besonders attraktiv“, so Schulze. Ministerin betonte zudem, dass die Dekarbonisierung der Wirtschaft im Dialog mit der Industrie erfolgen werde. Anstatt Verbote auszusprechen wolle sie aufzeigen, wo es neue Jobs gibt.

Und die entstehen vor allem in der grünen Wirtschaft. Schulze stellte bei ihrem Auftritt den neuen „Green-Tech-Atlas“ vor. Dieser gibt einen Überblick über den Zustand der deutschen Umweltbranche. Bei 15 Prozent lag 2016 der Anteil grüner Technologien am deutschen Bruttoinlandsprodukt. Ein Wachstumsmarkt: Prognosen zufolge wird der Anteil entsprechender Techniken bis 2025 auf 19 Prozent ansteigen.

So lobte Schulze auch, dass Umwelttechnologien für Märkte wie etwa den der nachhaltigen Mobilität oder der Energieeffizienz mittlerweile die Modernisierungstreiber der deutschen Wirtschaft seien und ein gewaltiges Wachstumspotenzial hätten. Schon 2016 betrug das weltweite Marktvolumen 3,2 Billionen Euro, bis 2025 wird es voraussichtlich um jährlich knapp sieben Prozent auf mehr als sechs Billionen ansteigen. Deutsche Anbieter sind mit 14 Prozent überdurchschnittlich stark am weltweiten Markt für Umwelttechnik beteiligt.

Weniger genau war Schulze dagegen bei Nachfragen bezüglich der Forderung nach Nachrüstungen von Dieselautos. Es sei nicht das einzige Mittel, um saubere Luft in den Städten zu erreichen, sagte sie. Zuvor hatte sie noch mitgeteilt, dass wer Fahrverbote vermeiden wolle, sich der Debatte über Nachrüstungen nicht verweigern dürfe. Auf jeden Fall würden sie und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) weiterhin mit der Autobranche im Gespräch bleiben, sagte sie dann.

Einen weiteren Gipfel schloss sie nicht aus: „Über die Formate und wie wir das dann genau nennen, müssen wir uns noch austauschen“, sagte Schulze. Mit den Kommunen solle es auf jeden Fall noch ein Treffen geben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) klang dagegen nach der Kabinettsklausur, die Dienstag und Mittwoch in Meseberg stattfand, noch anders: Ein weiterer „großer“ Auto-Gipfel sei vorerst nicht geplant, sagte sie. Igor Steinle

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14.04.2018, 06:00 Uhr
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