Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Rechtsstreit

Grün für Berliner Bierbikes

Der Betreiber einigt sich mit der Behörde vor Gericht. Am Wochenende dürfen die rollenden Partytresen sogar durchfahren.

23.02.2018

Von MARIA NEUENDORFF

Den Einen sind sie eine Plage, den Anderen Belustigung: die Bierbikes. Foto: © Volodymyr Baleha/Shutterstock.com

Berlin. Die einen radeln mit ihnen feuchtfröhlich durch die Stadt, für die anderen sind sie einfach nur lästige Hindernisse im Feierabendverkehr: Bierbikes. In Berlin dürfen sie nach einem Vergleich vor dem Verwaltungsgericht weiter durch das Zentrum fahren. Allerdings nicht auf allen Straßen.

Die Verhandlung gestern um die Sondernutzungsrechte für Bierbikes erinnert an das Feilschen auf einem Basar. „Wir könnten uns vorstellen, auf die Friedrichstraße zu verzichten, wenn wir dafür die Linden bekommen“, sagt der Unternehmer Ulrich Hoffmann-Elsässer. Seine zehn Bierbikes hat er für ein besseres Image in „Bigbikes“ umgetauft. Die Kunden, die die Sightseeing-Touren auf den Riesenfahrrädern buchen, kämen aus aller Welt und seien weniger am Saufen, sondern viel mehr an den Berliner Sehenswürdigkeiten interessiert, sagt sein Anwalt.

Dem Bezirksamt Mitte sind die rollenden Tresen mit Fass- und Musikanlage ein Dorn im Auge. Seit Jahren erteilt es Auflagen für die Sondernutzung der Gefährte, auf denen bis zu 16 Leute mitfahren können. In einigen Straßen dürfen sie gar nicht, in anderen nur zu bestimmten Zeiten fahren.

Gegen die Teilverbote war Hoffmann-Elsässer als Berliner Platzhirsch unter den Bierbikern vor das Verwaltungsgericht gezogen. Seiner Hoffnung, dass die Riesenfahrräder als normale Verkehrsmittel anerkannt werden, erteilten die Berliner Richter aber gleich zu Anfang der Verhandlung eine Absage. Sie verwiesen unter anderem auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster von 2011. Hauptzweck sei nicht die Fortbewegung, sondern das Feiern, hieß es damals.

Die Rechtsvertreterin des Bezirksamt Mitte verwies auf die enorme Breite der Gefährte, deren strampelnde und trinkende Mitfahrer zudem überhaupt nicht geschützt seien. Bei der teils einspurigen, dafür aber sehr staubelasteten Friedrichstraße lässt sie nicht mit sich handeln. Auch die Leipziger Straße und der Boulevard Unter den Linden bleiben für die Bierbikes tabu.

Dafür dürfen die 6 bis 10 Stundenkilometer langsamen und etwa 2,30 Meter breiten Gefährte nun sonnabends und sonntags, anders als unter der Woche, ohne zeitliche Einschränkungen fahren. Vor Gericht ließ der Betreiber sich darauf ein, aufgrund des starken Berufsverkehrs freitags erst ab 17 Uhr zu starten. Ein paar Touren muss er umplanen.

Zum Artikel

Erstellt:
23. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+