Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
*/-->

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Iffezheim bringt die besten Rennpferde Europas an den Start, doch der Veranstalter zahlt drauf

Großer Sport, aber miese Einnahmen

Der Große Preis von Baden ist eins der sportlich attraktivsten Rennen Europas. Und doch kämpfen die Organisatoren um jeden Euro an Einnahmen. Die goldenen Zeiten der Pferdewetten sind vorbei.

28.08.2013
  • DANIEL DELIUS

Wenn am kommenden Sonntag (ab 13.35 Uhr) in Iffezheim bei Baden-Baden mit dem Großen Preis von Baden Deutschlands wichtigstes Grand-Prix-Rennen gelaufen wird, wird auch der vier Jahre alte Hengst Novellist in die Startboxen einrücken. Andreas Wöhler trainiert ihn im westfälischen Gütersloh für den Kölner Unternehmer Dr. Christoph Berglar. Vor wenigen Wochen hat er im englischen Ascot die King George VI and Queen Elizabeth Stakes gewonnen, eines der wichtigsten Flachrennen der Welt. Novellist ist laut offiziellem Rating des Turfs derzeit das beste Galopprennpferd Europas. Wie überhaupt Deutschlands Vierbeiner derzeit ein so hohes Niveau besitzen wie selten zuvor. Doch der sportliche Erfolg ist nicht unbedingt mit dem auf dem wirtschaftlichen Sektor identisch.

Baden Racing, der private Veranstalter der Rennen in Iffezheim, ist zwar unverändert die Nummer eins im Lande, doch von üppigen Überschüssen ist man weit entfernt. Viele tragende Rennen der "Großen Woche", die seit vergangenem Samstag läuft, werden ohne Sponsor gelaufen - unter dem Strich ein Minusgeschäft. "Wir wollen auf Dauer in der Spitze der europäischen Rennbahnen mitmischen", sagt Andreas Jacobs, der Chef von Baden Racing. Der Hamburger Unternehmer stammt aus der Bremer Kaffeedynastie, die dieses Geschäft aber lange abgegeben hat, er ist längst auf anderen Feldern erfolgreich tätig, ist zudem einer der größten Züchter Europas mit Gestüten in Deutschland, England und auch Südafrika. "Wir sind auf einem langen und steinigen Weg, um den Rennsport in Deutschland profitabel zu machen", weiß er, "wir müssen weiter investieren, in Gebäude und Rennpreise."

Dabei ist Iffezheim, vor den Toren der Kurstadt gelegen, noch das absolute Aushängeschild der Branche, liegt attraktiv, hat auch an Wochentagen Besucherzahlen im hohen vierstelligen Bereich. Doch lebt man dort nicht von im Vergleich etwa zur Fußball-Bundesliga moderaten Eintrittsgeldern, sondern von den Wettumsätzen. Davon wird eine Provision kassiert, mit der alles finanziert wird. Und das Geld der Wetter fließt längst in andere Kanäle, ins Internet etwa, in Fußballwetten, von denen vor Jahren überhaupt noch nicht die Rede war. Vergangenen Sonntag wurden in Iffezheim in neun Rennen 710 000 Euro gewettet, vor Jahren war es an solchen Tagen schon einmal das Dreifache.

Deshalb ist man dankbar über die Kooperation mit dem französischen Rennsport - heute zum Beispiel werden sechs Rennen des Iffezheimer Programms in rund 11 000 Wettannahmestellen des Nachbarlandes übertragen, dort wird dann natürlich auch gewettet.

Drei Prozent vom Umsatz kassiert Baden Racing, da kommen im besten Fall um die 70 000 Euro herein. "Das wollen wir ausbauen", so Benedict Forndran, der Chefmanager von Baden Racing. Nächsten Montag findet noch einmal ein solcher Renntag statt, im gesamten deutschen Turf-Programm sind es pro Jahr um die 15, mehr sind erwünscht - einen Sponsor dieser Größenordnung muss man erst einmal finden.

Inzwischen engagiert sich der deutsche Rennsport längst selbst im Wettgeschäft, doch bleibt die oberste Maxime, dass das Geld auch wieder in den Turf zurückkommt. "Deshalb werden wir im kommenden Jahr die Rennpreise erhöhen", kündigt Dachverbands-Präsident Albrecht Woeste an. "Wenn wir das hohe Niveau unserer Pferde halten wollen, dann müssen wir den Rennstallbesitzern größere Anreize schaffen."

Immerhin 250 000 Euro gibt es zwar im Großen Preis von Baden zu gewinnen, doch wichtig sind vor allem die Basisrennen. Und eine hohe Dotierung ist nicht gleichbedeutend mit einem starken Feld. Novellist etwa wird auf höchstens fünf, sechs Gegner treffen, er ist zu gut. "Wir kommen nicht nach Baden-Baden, um Zweiter zu werden", hat es dieser Tage ein französischer Spitzentrainer formuliert, "und dieses Pferd können wir nicht schlagen."

Großer Sport, aber miese Einnahmen
Die Zuschauer strömen nach wie vor zur "Großen Woche" in Iffezheim. Doch das allein reicht der Rennbahn nicht, um schwarze Zahlen zu schreiben. Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

28.08.2013, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Video-News: Fußball
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Schwitzkasten
Schwitzkasten

Ob die weltweit wohl meistgesehene Tipp-Runde für die Fußball-Landesliga oder die beliebte "Elf der Woche" - für solche Formate gibt es den "Schwitzkasten" der TAGBLATT-Sportredaktion.
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular