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Dußlinger Schmuckstück ist eröffnet

Großer Hugo für neue Bücherei

Nach dreizehn Monaten Bauzeit steht sie nun fürs Publikum offen: Die neue Dußlinger Bücherei mit Schulmediothek wurde am Samstag heiter-festlich eingeweiht.

21.09.2009

Von Jürgen JOnas

Dußlingen. Ein Tag des Buches, ein Tag der Baukunst. Die Bücherei am Bahnhof ist eröffnet. Viele, viele Kinder nahmen das langgezogene Gebäude gleich in Beschlag, sahen sich um, durchwanderten staunend die vielen Stationen, stöberten in den Regalen und beantworteten Quizfragen. Die Erwachsenen sammelten sich erst einmal ums Rednerpult, von wo aus Bürgermeister Thomas Hölsch die Gäste begrüßte, eine Delegation aus der italienischen Partnergemeinde Mezzocorona, angeführt von Bürgermeister Mauro Fiamozzi und die Bürgermeisterkollegen Hofelich, Landenberger, Neher, Reichert, Schmiderer sowie Peter Looser als Stellvertreter Werner Fifkas, die Gemeinderäte und Bürger.

Im Dezember 2007 hatte der Gemeinderat den Baubeschluss gefasst, nun sei für die familienfreundliche Gemeinde ein Haus der Zukunft entstanden, unentbehrlich für die Wissensgesellschaft, wichtiger Standortfaktor mit kostengünstigem Zugang zu aktuellen Informationsquellen, Ort der Begegnung und Integration, um gegenseitiges Verständnis zu fördern. Eindringlich ging Hölsch auf Fragen ein, ob sich die Gemeinde, die auch ein neues Feuerwehrhaus baut, nicht übernehme. Die Kostenobergrenze von 2,3 Millionen Euro werde eingehalten, die Fördermittel betragen 790 000 Euro, der Bau konnte ohne Kreditaufnahme finanziert werden.

Gewiss, die Mittel aus dem Ausgleichsstock hätten ruhig höher sein können, aber der Kameralhaushalt werde nicht zusätzlich belastet. Im vergangenen Jahr wurden fast 42 000 Medien ausgeliehen, stetig ging die Tendenz nach oben, Da müsse man „viel Geld in die Hand nehmen, um den Bildungsauftrag zu erfüllen“.

Aus der Geschichte des Bibliothekswesens erzählte Landrat Joachim Walter, der das Buch sich behaupten sah inmitten der medialen Konkurrenz, eher sehe man „Leichen von E-Book-Lesegeräten“ herumliegen, als dass es verschwände. Das Haus sei ein Schmuckstück der Gemeinde, Walter riet den Dußlingern: „Leihen Sie, lesen Sie, erfreuen Sie sich!“

Den eifrigen Bibliotheksnutzer Goethe zitierte Gerhard Jansen vom Regierungspräsidium mit dem ihm zugeschriebenen Satz, Bibliotheken rechneten sich nicht, zahlten sich aber aus. Der Dichter habe Dußlingen nicht gekannt, wo man eben rechnen könne. Der Neubau sei eine wertvolle Investition, die sich auszahlen werde, „wo Goethe recht hat, hat er recht!“

Mit Astrid Lindgren forderte Karin Wandel, Rektorin der Anne-Frank-Schule, dazu auf, „den Kindern den Weg zum Buch zu weisen“. Weltverbesserer und phantasievolle Menschen in ihrem Sinne würden gebraucht, deshalb dankte sie für das herausragende Bildungsangebot, das ihre Schule intensiv nutzen werde.

Die vier Architekten des Reutlinger Büros Riehle und Partner übergaben den Schlüssel und setzten gemeinsam zu einer ersten Lesung an, mit einer Zitaten-Collage zum Thema Buch und Haus, von Hesse über Aitmatow bis zu Busch und Schopenhauer. Als Geschenk überbrachten sie eine Lesung mit Zellmer und Hurm aus deren neuem Schiller-Buch, bevor sie Hölsch den Schlüssel übergaben. Viele Bürger nahmen an ihren Führungen teil, während derer sie die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Hauses, Architektur und Materialwahl erläuterten.

Hölsch wünschte sich den „Hugo“-Architekturpreis für das Bücherhaus am Bahnhof. Fürs Rathaus habe es einen „kleinen Hugo“ gegeben, für die Bücherei fand er den „großen Hugo“ durchaus angemessen. Viel Lob war auch unter den Gästen zu hören, für den Charme und die freundliche Atmosphäre, die den Besucher umgibt.

Bibliotheksleiterin Monika Schramm hatte mit ihren beiden neuen Mitarbeiterinnen Beate Allgaier und Carmen Weiblen den Umzug von den Kellerräumen der Mehrzweckhalle organisiert. „Ich bin sehr glücklich. Wir freuen uns, in Zukunft für die Dußlinger da sein zu dürfen“. Immer zwei von ihnen werden zu den Öffnungszeiten anwesend sein und Hilfestellung geben.

Das Beiprogramm war reichhaltig, das Holzbläserensemble der Jugendmusikschule Steinlach unter Leitung von Michael Koch bat Gioacchino Rossini, Georges Bizet und Glenn Miller dazu, Clown „Rote Nase“, hinter dem sich Uwe Bittes verbirgt, unterhielt die Kinder, Anne-Frank-Schüler führten das Musical „Tim zeigt's Marcel“ auf. Buchausstellung, Buttonmaschine und Tombola gehörten dazu. Zu einem Einweihungsvolksfest auf dem Rathausplatz lud die Freiwillige Feuerwehr mit reichhaltigem Angebot an Speisen und Getränken.

Förderverein wird gegründet

Und wie sieht es mit dem künftigen Programm aus, mit Lesungen, Konzerten, Kindertheater, Patenschaften oder Büchervorstellungen? Derzeit wird von einigen Bürgern die Gründung eines Fördervereins für die Bücherei vorbereitet, das nächste Treffen ist am Dienstag, 20. Oktober, um 19 Uhr. Wo? Natürlich in der neuen Bücherei.

Bürgermeister Thomas Hölsch (rechts, bei der Eröffnungsrede) freute sich auch über das gelungene Werk. Bild: Rippmann

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Erstellt:
21. September 2009, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. September 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. September 2009, 12:00 Uhr

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