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Regionale Produkte

Große Schau moderner pfiffiger Heimatküche

In Rottenburg gastiert übermorgen das nahrhafte SWR1 Pfännle. Die Stadt als Veranstalterin rechnet bei gutem Wetter mit mehr als 10000 Besuchern von fern und nah. Stephan Neher, Gebhard Fürst und Knut Kircher köcheln mit.

08.09.2017
  • Gert Fleischer

Im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens kommt die Herbstaktion des Südwestrundfunks, das SWR1 Pfännle, am Sonntag, 10. September, nach Rottenburg. Jeweils an vier Sonntagen dieses Monats kooperieren eine Stadt und der Landessender, um einen Tag lang viele Menschen gesellig zusammenzubringen, sie zu unterhalten und sie mit regionalen Produkten kreativ und gesund zu verköstigen.

Finanzbürgermeister Hendrik Bednarz zeigte sich gestern beim Pressegespräch dankbar, dass sich Rottenburg am kommenden Sonntag „einen Radionachmittag lang landesweit präsentieren kann“. Genau genommen, darauf wies Pfännle-Moderatorin Petra Klein hin, läuft das Hinweisen auf die Stadt mittels verschiedener thematisch passender Beiträge schon in der Woche zuvor. So besucht(e) sie beispielsweise das Schlosshotel Weitenburg, den Hofladen der Justizvollzuganstalt oder das Bio-Hofgut Martinsberg, wo die Hühner nach dem Fipronil-Skandal „im Legestress“ sind, wie Klein erzählte. Petra Klein ist seit 19 Jahren Gesicht und markant-dunkle Stimme des SWR1 Pfännles.

Bednarz pries Rottenburg als geradezu idealen Ort für das Pfännle. Die Stadt wurde 2010 als erste Kommune in Baden-Württemberg zur Fairtrade-Stadt ernannt. Voriges Jahr wurden St.Klara als Fairtrade-Schule und die Forsthochschule Rottenburg als Fairtrade-University zertifiziert. Lokale Agenda21 und der Verein „Hiesig“ kümmern sich seit Jahren um regionale Produkte, alle vier Wochen ist Regionalmarkt. Schon 1990 heimste die Stadt als erste den damals neu geschaffenen Landesumweltpreis ein. Rottenburg ist ein zunehmend beliebtes Tourismus-Ziel zwischen Alb und Schwarzwald, direkt am Neckartal-Radweg gelegen.

Bednarz sah es als gemeinsame Grundidee und politische Botschaft von SWR1 Pfännle und der Stadt Rottenburg, nachhaltig und fair mit den Ressourcen und den Menschen umzugehen, der Landwirtschaft entsprechende Bedingungen zu gewähren, regionale Produkte zu fördern und letztlich für gesunde Ernährung zu sorgen.

Sechs Restaurants kochen

Damit dies unterhaltsamer vermittelt wird als etwa in einem Volkshochschulkurs, kümmert sich das Pfännle vorrangig um die Sinne der Menschen. Sechs Restaurants verlegen ihre Küche auf den Rottenburger Marktplatz: FBI und der Hirsch aus Rottenburg, Schlosshotel Weitenburg aus Starzach, Heiling’s Gastronomie aus Böblingen, Koppe’s Tafelhaus aus Bietigheim-Bissingen und der Engel aus Höchenschwand. Vier von ihnen haben sich den strengen Regional-Kriterien von „Schmeck den Süden“ verpflichtet.

Jedes Restaurant hat vier bis acht Positionen auf der Speisekarte – vom Saibling-Tartar als Vorspeise über den Krustenbraten vom Hällischen Jungschwein bis zur altschwäbischen Friederikenspeise als Nachtisch. Die Portionen sind klein und deshalb auch nicht so teuer, damit sich die Leute mehrere Gänge nach eigenem Gusto zusammenstellen können.

Vegetarier finden drei Gerichte, und für Kinder sind es vier. Neben den Kochprofis bietet der Musikverein Kiebingen, der bei sich im Ort dieses Wochenende sein Herbstfest feiert, rustikale Schlachtfest-Mahlzeiten an.

Beim Pfännle geht nicht um Wurst, Steak und Pommes, sondern um verfeinerte Küche, das sagte Petra Klein ganz deutlich. Baden-Württemberg werde immer als Auto-Land bezeichnet, sie verwende lieber den Begriff Genießerland. „Moderne pfiffige Heimatküche ist Emotion“, sagte sie. Zum Fühlen gehören nicht nur Hinsetzen und Futtern, sondern auch das Erleben, wie besondere Gerichte zubereitet werden.

Deshalb gibt es auf der großen Bühne vorm Rottenburger Dom am Sonntag drei mal Schaukochen. Um 11.50 Uhr weist Hirsch-Wirt Udo Schneider Oberbürgermeister Stephan Neher und Bischof Gebhard Fürst, der erst in der Nacht von einer Reise zurückkehrt, in die Handwerkskunst ein, Ochsenbäckle in Trollinger-Zwiebelsößle mit Spätzle zu kochen.

Um 13.35 Uhr stellt „Schmeck-den-Süden“-Koch Eberhard Braun das SWR1-Pfännle-Menü der Saison vor: Es dreht sich rund um die Kartoffel. Wer beim ersten Pfännle am vergangenen Sonntag im Radio zugehört hat, weiß, dass dabei einiges schief gehen kann – auch das gehört zu den Emotionen.

Musik und Kabarett

Um 16.05 Uhr beginnt Schaukochen Nummer drei. Dann steht Markus Ginster, Küchenchef im Schlossrestaurant Weitenburg, am Quirl. Ihm zu Hand geht der ehemalige Schiedsrichter Knut Kircher bei der Aufgabe, ohne Foulspiel Blutwurstmaultaschen mit Rieslingkraut herzustellen. Kircher kann sich per Video-Beweis absichern, denn der SWR hat eine große Leinwand dabei.

Es ist ein Rundfunksender, der das in zwanzig Jahren gereifte Pfännle-Format nach Rottenburg bringt – also gibt es einiges zu hören. Gegen 11 Uhr nach Ende des Gottesdiensts beginnt die SWR1 Band auf dem Marktplatz zu tönen. Drei weitere Male über den Tag verteilt musiziert sie. Um 15.15 Uhr ist Kabarett mit Heinrich del Core.

Darüber hinaus gibt‘s weitere Elemente des rundum gestalteten Tags, unter anderem in der Königstraße ab 11.45 Uhr die Radiowerkstatt. Dort können Leute selbst mal Nachrichten sprechen oder zuhören, wie Radio-Profis Verkehrsnachrichten verbreiten oder den Wetterbericht zelebrieren. Um 18 Uhr endet das Pfännle.

Die Stadt Rottenburg bringt als Veranstalterin weitere Facetten ein: Zwei Stadtführungen sind angesetzt: Die erste ist eine historische und beginnt um 11 Uhr bei der Zehntscheuer nach dem AOK-Frühstück (siehe Kasten), die zweite startet um 14.30 Uhr beim Marktbrunnen vorm Dom und widmet sich in Liedern und Gedichten dem Mundartdichter Sebastian Blau. Das Spielmobil des Vereins Mokka ist auf dem Zehntscheuerplatz und verwandelt kindliche Energie in Freude.

Auf dem Weg zwischen Marktplatz und Zehntscheuer flanieren die Besucher an 13 Ständen des Bauern- und Erzeugermarkts vorbei, wo Spezialitäten aus dem Land zu haben sind.

Petra Klein nahm zufrieden auf, „dass wir mit Rottenburg auf die Zwölf treffen“. Die Moderatorin hat auch nach 19 Jahren noch Spaß: „So ein Pfännle-Sonntag ist purer Spaß. Das macht mich glücklich.“

Dahinter steckt freilich ein ganzes Jahr Vorbereitung, in dem sich SWR und die WTG besprachen und abstimmten. Für die Besucher sei es ein Erlebnistag, sagte Klein aus ihrer Erfahrung. Die meisten blieben einfach den ganzen Tag.

Ein Familienfrühstück ohne viel Zucker

Schon um 9.30 Uhr beginnt im Rahmen des SWR1 Pfännles das „AOK-Familienfrühstück“ in der Rottenburger Zehntscheuer. „Wichtig ist, dass die Mahlzeit am Morgen ausgewogen ist und ausreichend Energie liefert“, schreibt die Krankenkasse. Zuckerhaltige Produkte sollten eine untergeordnete Rolle spielen. Doch die Realität sieht anders aus, wie eine Forsa-Studie herausfand: 49 Prozent der Baden-Württemberger frühstücken unter der Woche süß. Deshalb erwartet die Gäste ein ausgewogenes und lehrreiches Frühstücksbüffet, angerichtet von Ernährungsfachkräften zusammen mit den Landfrauen des Kreisverbands Tübingen. Um zirka 12.35 Uhr gibt es auf der Bühne ein Interview mit der AOK-Ernährungsberaterin Ute Streicher zum Thema Zuckerfallen im Alltag. Ab 13.30 Uhr bieten die Landfrauen in der Zehntscheuer ein Kuchenbüffet an.  

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08.09.2017, 01:00 Uhr
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