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Feinstaub vom Feinsten

Große Marken der Autogeschichte beim Oldie Day des Motorsportclubs

Mit 800 Oldtimern rechnete gestern Mittag der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli. Denn wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten sich mehr Oldie-Besitzer eine Ausfahrt zu. Erfahrungsgemäß lässt der Andrang bei Regen gewaltig nach.

21.09.2015

Von FRED Keicher

Rottenburg. Warum das so ist, erklärt Dietmar Schneider anhand seines 25 Jahre alten Morgan. Er ist aus Eschenholz und Aluminiumblech. Der glänzend rote Lack ist der Originallack, mit dem der Wagen die Fabrik verlassen hat. Der Vorbesitzer habe ihm versichert, dass der Wagen nur dreimal in den Regen gekommen ist.

Nicht so empfindlich ist der Morgan Threewheeler, mit dem ein Fan aus Tübingen mit offenem Verdeck gekommen ist. Der Mann will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen: „Die Leute sind schnell neidisch.“ Er hat „above is only the sky“ auf die Seite lackieren lassen. 90 PS, Baujahr 2013. Ja, sagt der Besitzer. Morgan habe 1909 mit dreirädrigen Fahrzeugen angefangen, später auf die üblichen vier Räder umgestellt. Seit 2012 baut die Firma aber wieder den Three-wheeler. „Es ist ein merkwürdiges Ding zwischen Auto und Motorrad. Im Fahrzeugschein steht: dreirädiges Fahrzeug mit bauartbedingter Geschwindigkeit über 45 Stundenkilometer. Mit geringerer Geschwindigkeit wäre es ein Krankenfahrstuhl.“

An der Einfahrt zum Gelände neben dem Somfy-Werk steht der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli. Er begrüßt die Fahrer und kommentiert die Fahrzeuge. Die meisten Fahrer stellen dazu ihre Motoren ab. Beim Wiederanlassen blasen dann schwarze Rauchwolken heraus, besonders bei den Dieselmotoren der Traktoren. „Feinstaub vom Feinsten.“

Mit dem ältesten Motorrad auf dem Platz ist Siegbert Renz aus Weil im Schönbuch herüber gekommen. 1924 wurde es von den Deutschen Industriewerken in Spandau hergestellt. Das Unternehmen war bis zum Ende des Ersten Weltkriegs ein Rüstungsbetrieb gewesen. In den Friedenszeiten stellte es alles Mögliche her. Bestecke etwa, Motorräder und später auch Automobile, hat Renz erforscht. 105 Stundenkilometer schafft die Maschine, sagt Renz. Selber sei er mal 104 damit gefahren. Mit einem Blick auf eine neue Yamaha sagt er bestimmt: „Ich weiß, dass die nicht so alt wird.“

Einen „Scheunenfund“ präsentiert Jürgen Schmid. 45 Jahre war die Ardie in einer Rottenburger Scheune versteckt. Gebaut wurde sie 1925 in Nürnberg – dem Jahr der Gründung der Rottenburger Motorsport Clubs. „Alle guten Maschinen wurden in Nürnberg gebaut“, behauptet Schmid. Ardie steht für den Firmengründer Arno Dietrich, der dann auch eine Minimax-Maschine gebaut hat. Der Tank hatte die Form eines Feuerlöschers und war rot lackiert.

Maico: Die Legende lebt. Gleich zwei Maschinen des Typs Taifun aus dem Jahr 1955 sind aus Unterjesingen gekommen. Die in Rot und Grau gehört Hans Hinn, der für seine Firma auch Bergrennen gefahren ist. „Ich erinnere mich noch genau, wie Wilhelm Maisch 1955 auf der Frankfurter Automobilmesse mit stolzgeschwellter Brust die Taifun präsentierte.“

Der Mann, der das erzählte, war damals Lehrling bei Otto Zeller in Unterjesingen. Zeller hatte die ganze Werkstatt nach Frankfurt mitgenommen. „Zwei Jahre später war Maico zum ersten Mal pleite. Erst ein Großauftrag der Bundeswehr rettete damals die Firma. Hinn ist nach Rottenburg auf einer englischen „Velocette“, Baujahr 1960 gekommen. Seine Maico Taifun fuhr Peter Richter aus Kay, der bei Maico im Verkauf arbeitete. „Maico-mäßig stellen wir noch einiges auf die Beine“, sagt Richter zu seinem Engagement für die alte Firma.

Nicht auf Hochglanz lackiert sind die Militärfahrzeuge. Kurz bevor Jörg Mössner aus Frommern mit seinem dreiachsigen US Army Truck Baujahr 1964 in Nato-oliv aufs Gelände fährt, hat bereits ein hellgrüner russischer Jeep das Weite gesucht.

Dahinter kommt Dieter Huber mit einem Peugeot 202, Baujahr 1939, 50 PS. Schmarsli preist die manchmal eigenartigen Design-Ideen: „Die Scheinwerfer sind hier hinter den Kühlergrill eingebaut.“ Den Peugeot hat Huber vor zwei Jahren in Holland gekauft. Ein Schnäppchen, sagt der Ingenieur. Man hört die ganze Leidenschaft des Sammlers heraus. Er hatte bei Peugeot recherchiert und herausbekommen, dass der Wagen 1939 nach Holland ausgeliefert worden war. Wie alle Vorkriegsmodelle hatte er noch Seilzugbremsen. Der Verkäufer ging aber davon aus, dass es sich um ein Nachkriegsmodell handelt, in dem alles Mögliche verbaut worden war. In diesem Fall wären Seilzugbremsen wertmindernd – wenigstens dann, wenn man mit ihm verhandelt, sagt Huber verschmitzt. Der TÜV akzeptiert diese Bremsen bis heute. Und noch was hat Huber herausbekommen. Das Fahrzeug muss eine Zeitlang von der Wehrmacht beschlagnahmt gewesen sein. Eine Halterung für ein Funkgerät hat er ausgebaut, verschiedene Einschusslöcher entfernt. Die Wehrmacht hat das Fahrzeug sogar umlackiert. Es glänzt noch heute in Schiefergrau. Vor Regen hat Huber keine Angst, „bei der Vergangenheit!“

Weitere Bilder auf www.tagblatt.de

Blitzblanke Karossen beim Rottenburger Oldie-Day

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

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Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Mit 800 Oldtimern rechnete der MSC-Vorsitzende Peter Schmarsli beim Oldie-Day in Rottenburg. Wegen des cabrio-tauglichen Wetters trauten mehr Oldiebesitzer ihren Kostbarkeiten eine Ausfahrt zu - und die konnten sich sehen lassen.

Ein roter Borgward gehörte zu den Schmuckstücken des Oldie-Tages auf der Somfy-Freifläche.Bild: Faden

In den 1950 Jahren, als die Motorisierung der Landwirtschaft mächtig in Gang kam, produzierte die Firma Schultheiß in der Weggentalstraße neben der Schule St. Klara Traktoren der Marke Sülchgau.

Dietmar Schneider erzählte, dass 20 Traktoren dort hergestellt wurden. Besser gesagt: zusammengestellt wurden. Einzelteile wurden eingekauft. Die Motoren stammten von Deutz, dem großen Motorenhersteller in Köln.

Kaum bekannt sind die Württembergischen Motorradwerke Rottenburg WMR. „Eine solche Maschine zu finden, das ist wie ein Sechser im Lotto“, sagte Wolfgang Herrmann. Mit Josef Schiebel (Taxi Schiebel) hatte er vor Jahren mal ein Motorrad in der Heilbronner Gegend abgeholt. Wo das abgeblieben ist, weiß Herrmann nicht.

Wilhelm Jeckel hatte die WMR in den 1920er Jahren gegründet. Nach seinem frühen Unfalltod wurde die Firma aufgelöst. Das Werk stand in der Tübinger Straße. Gebaut wurden 35 Maschinen, erhalten seien noch zwei, sagte Herrmann. Weil das alles so rar ist, seien selbst Prospekte der Firma heiß begehrt.

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Erstellt:
21. September 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. September 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. September 2015, 12:00 Uhr

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