Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Grillfleisch, Glitzer und genug zu feiern
Rollt schrill mit mächtig viel Spaß an: der brasilianische Spielfilm „Corpo Eléctrico“. Bild: CineLatino
Filmfestival CineLatino

Grillfleisch, Glitzer und genug zu feiern

Am Mittwoch startet die 25. Ausgabe des CineLatino. Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr Brasilien. Die Jubiläumsausgabe verspricht abwechslungsreiches Kinovergnügen mit zehn Gästen.

12.04.2018
  • Madeleine Wegner

Brasilien gehört mit über 120 produzierten Filmen jährlich neben Argentinien und Mexiko zu den stärksten Filmländern Lateinamerikas. „Doch das wird sich unter der neuen Regierung ändern“, sagt Filmemacher und Festivalleiter Paulo Roberto de Carvalho. Ab 2020 werde es deutlich weniger Filme geben, vor allem weniger Independent-Filme: „Blockbuster sind der neuen Kulturpolitik wichtiger.“ Die politische und kulturelle Situation in Brasilien verschlechtere sich gewaltig, sagt de Carvalho über sein Geburtsland. Brasilien bildet den Länderschwerpunkt des 25. CineLatino. Der brasilianische Film „Aquarius“ eröffnet am Mittwoch, 18. April, 19.30 Uhr, im Tübinger Kino Museum das Filmfestival.

Als kleine Filmreihe in Tübingen gestartet, versteht sich das Festival mittlerweile als wichtigste Plattform für spanischen und lateinamerikanischen Film in Deutschland. 42 Filme an acht Tagen stehen auf dem Jubiläumsprogramm des diesjährigen 25. CineLatino und 15. CineEspañol. De Carvalho hat sie zusammen mit den Festivalkoordinatorinnen Kathrin Frenz und Pola Hahn ausgesucht. Wie in den vergangenen Jahren gibt es nicht nur im Tübinger Kino Museum, sondern auch im Stuttgarter Delphi-Theater und im Freiburger Kommunalen Kino ein Festivalprogramm. Neu ist in diesem Jahr, dass das Reutlinger Kamino an jedem Festival-Abend, jeweils ab 18 Uhr, mit einer Vorstellung mit dabei ist.

Zwei Berlinale-Filme im Rennen

Den diesjährigen mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis sponsort die Tübinger Sprachschule Vivat Lingua. Im Wettbewerb laufen neun Filme aus Spanien und Lateinamerika, darunter auch zwei Berlinale-Filme: Der ruhige, bildgewaltige Dokumentarfilm „Río verde: el tiempo de los Yakurunas“ begleitet drei Dorfgemeinschaften entlang des Amazonas durch ihren Alltag. Für den Dokumentarfilm „Teatro de guerra“ hat Regisseurin Lola Arias argentinische und britische Veteranen zusammengebracht, die gemeinsam ihre Erfahrungen und Traumata aus dem Falklandkrieg aufarbeiten.

Der Spielfilm „Oso polar“ ist der erste mexikanische Film, der ausschließlich mit dem iPhone gedreht wurde. Bei den Vorführungen am Freitag, 20. April, und Sonntag, 22. April, wird Regisseur Marcelo Tobar anwesend sein.

Ebenfalls zu Gast wird Nelson Carlo de los Santos sein, wenn sein Film „Cocote“ am Sonntag gezeigt wird. Er erzählt von Alberto, der als Gärtner bei einer reichen Familie in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, in Santo Domingo, arbeitet. Alberto kehrt zurück in sein Heimatdorf, um an der neuntägigen Trauerzeremonie für seinen kaltblütig ermordeten Vater teilzunehmen. Der Spielfilm beleuchtet Klassenunterschiede sowie die Spannung zwischen Tradition und eigener Anschauung.

Humorvoll geht es in der Komödie „Las malcogidas“ aus Bolivien zu: Die 30-jährige Carmen lebt mit ihrer nörgelnden Oma und ihrem Bruder, einer Travestiekünstlerin, zusammen – und will endlich zum Höhepunkt kommen. Einen weiteren Themen-Schwerpunkt bildet das Leben junger Menschen in Iberoamerika. Die Filme sollen zeigen, dass es den Jugendlichen in Lateinamerika nicht in erster Linie um Gewalt geht, wie es Klischeebilder vermitteln. Ihnen geht es wie den meisten anderen Jugendlichen auf der Welt auch, alles dreht sich um Liebe, Musik und um die Zukunft. Im brasilianischen Spielfilm „As duas Irenes“ geht es um zwei 13-jährige Mädchen, die nicht nur den gleichen Vornamen teilen.

Von Grau zu bunt

„Everyone in hawaii has a sixpack already“ begleitet Jugendliche auf La Gomera (Regisseur Marvin Hesse wird zu Gast sein). Der Debutfilm „Medea“ aus Costa Rica erzählt die Geschichte einer jungen Frau und von deren Verhältnis zu ihrem Körper. „Julia ist“, ein autobiografischer Debutfilm über das Erasmus-Semester der Regisseurin und Schauspielerin Elena Martín im zunächst grau wirkenden Berlin, läuft zugleich im Wettbewerb.

Eine extra große Feier zur diesjährigen Jubiläumsausgabe des CineLatino wird es nicht geben. „Dafür fehlt uns das Geld“, sagt de Carvalho. Das Filmfestival verfügt über ein Budget von 85 000 Euro. Dennoch wird das Feiern sicher nicht zu kurz kommen: ob im Film beim typisch argentinischen Grillen („Sobre todo el asado“), beim Open-Air-Kino in der Haaggasse mit Streetfood oder auch bei der Festivalparty im Schlachthaus.

Filmfestival in vier Städten und an vielen Orten

Das CineLatino-Programm läuft im Tübinger Kino Museum und im Kamino in Reutlingen. Außerdem gibt es wie schon in den Vorjahren Festival-Ableger in Stuttgart und Freiburg. Das Festival startet in Tübingen am Mittwoch, 18. April, 19.30 Uhr. Zusätzlich zum Kino-Programm gibt es einen „Open Festival Space„ in der Haaggasse, wo am Donnerstag, 19. April, mexikanische Kurzfilme unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt gezeigt werden. Am Freitag, 20. April, laufen in vier Tübinger Kneipen brasilianische Kurzfilme, am Samstag, 21. April, gibt es im Schlachthaus eine große Festivalparty mit kolumbianischen Djs.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.04.2018, 22:38 Uhr
Grillfleisch, Glitzer und genug zu feiern





Wir bitten Sie, sachlich zu diskutieren und respektvoll miteinander umzugehen. Bitte kommentieren Sie mit Klarnamen und verzichten Sie auf externe Links. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen und Nutzer zu sperren. Genauere Regeln fürs Kommentieren finden Sie in unserer Netiquette .

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuschauer-Stimmen
Eine berührende Geschichte über van Goghs Leben und eine phantastische Arbeit vieler Künstler, welche die vielen Bilder van Goghs zum Leben erweckt haben. Als Kunstliebhaber muss man dieses einzigartige Gesamtkunstwerk unbedingt gesehen haben.
Eagle über Loving Vincent
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular