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Gretel mit Gewehr
Gretel mit Waffe allein im Wald. Foto: http://www.nrafamily.org

Gretel mit Gewehr

30.03.2016
  • PETER DE THIER

Dass sie vor nichts zurückschreckt, wenn es um die Bewaffnung ihrer Landsleute geht, das hat die mächtige Waffenhersteller-Lobby National Rifle Association (NRA) oft genug bewiesen. Nun aber haben die Lobbyisten selbst nach Ansicht einiger Anhänger über die Stränge geschlagen.

Ziel einer neuen Kampagne ist es nämlich, auch Jugendliche für Pistolen und Sturmgewehre zu begeistern. Um in möglichst jungem Alter Nachwuchskunden zu rekrutieren, hat die NRA eine revidierte Version bekannter Märchen der Brüder Grimm veröffentlicht.

In der umgeschriebenen Fassung von "Hänsel und Gretel" etwa irren die Geschwister nicht etwa verängstigt durch den finsteren Wald. Weit gefehlt - denn beide tragen ein Gewehr, wobei Gretel sicherheitshalber noch eine Pistole am Gürtel befestigt hat.

Ähnlich wehrhaft geht es in der runderneuerten Version von "Rotkäppchen" zu. Auf die Frage, warum sie "ein so entsetzlich großes Maul hat", antwortet der als Großmutter verkleidete Wolf in bekannt drohender Manier: "Damit ich dich besser fressen kann." Das selbstbewusste Rotkäppchen jedoch kontert, indem sie kühl die mitgebrachte Schusswaffe entsichert.

Verfasserin der sonderbaren Verzerrungen weltberühmter Märchen-Klassiker ist die Autorin Amelia Hamilton. Sie rechtfertigt sich damit, dass viele deutsche Kindermärchen sich durch Gewalt auszeichneten - in ihrer Version hingegen die Geschichten friedlich enden. Da die Kinder bewaffnet waren, so das Argument, konnten sie Schlimmeres verhindern - ein Motiv, das in NRA-Kampagnen immer wieder auftaucht. Dabei ignorieren die Bloggerin ebenso wie die Waffenlobby, dass in den USA die Waffengewalt unter Kindern weiter zunimmt. Allein seit Februar dieses Jahres starben 54 Kinder durch Schusswaffen, 83 weitere wurden verletzt.

2014 und 2015 verletzten oder töteten mehr als 650 Jugendliche andere mit Waffen. Dass man diesem Trend durch die Bewaffnung von Kindern Abhilfe schaffen kann, glauben nur die wenigsten Experten. Im Gegenteil.

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30.03.2016, 06:00 Uhr
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