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Bosch richtet für 800 Millionen Euro den Arbeitsplatz von morgen ein

Grenzen überwinden

Wie arbeiten wir morgen? Unternehmen müssen sich diese Frage stellen: Globalisierung verlangt enge Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Bei Bosch kostet ein Projekt Hunderte Millionen Euro.

06.02.2016

Von THOMAS VEITINGER

Wer mit Hightech zu tun hat, soll auch Hightech arbeiten: Nur ein Klick und Mitarbeiter auf der ganzen Welt sehen sich. Foto: Fotolia

Stuttgart. Berührung überwindet Distanz. Auch bei der Arbeit: Berührungsempfindliche Bildschirme wie die von Tablets oder Smartphones - so genannte Touchscreens - halten in Büros Einzug. Vielleicht gibt es bald sogar dreidimensionales Arbeiten, überlegen Arbeitswissenschaftler. Mit Händen werden dabei virtuelle Dokumente wie in Science-Fiction-Filmen in der Luft hin- und hergeschoben. Möglicherweise wird es einmal Räume ganz aus Touchscreens geben, in denen die Grenze zwischen Realität und Virtualität verschwimmt.

Letzteres hatte sich auch ein Bosch-Mitarbeiter gewünscht, der nach seiner Vorstellung zum Arbeitsplatz von Morgen befragt wurde. "Leider", schmunzeln Verantwortliche, sei dies derzeit aber "kostentechnisch nicht machbar".

Dennoch interessiert sich das Stuttgarter Technologie- und Dienstleistungs-Unternehmen für den IT-Arbeitsplatz der Zukunft. Knapp 500 Mitarbeiter in verschiedenen Regionen der Erde wurden zunächst zu ihren Vorstellungen befragt. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) half bei der Umfrage. Heraus kam "erstaunlich Bodenständiges", sagt Klaus Hüftle, Projektleiter von "Next Generation Workplace" (Arbeitsplatz der nächsten Generation).

Das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten, schnelle Absprache (Chatten) - alles angelehnt an übliche gewohnte private Kommunikation mit Handy, Computer und Tablet, stand bei den Wünschen ganz oben. Und natürlich möglichst mobil soll es sein und im Büro genauso wie unterwegs im Hotel und Zuhause einfach, schnell und zuverlässig funktionieren.

Die verlangte Mobilität dürfte auch Zukunftsforscher Jack Uldrich unterschreiben, der davon ausgeht, dass es bis zum Jahr 2018 etwa 2,4 Mrd. Smartphones genutzt werden - im Vergleich zum PC ein Verhältnis von 6:1. Globalisierung führt dazu, dass immer mehr Menschen über Zeitzonen, Grenzen und Kulturen hinweg gemeinsam tätig sind. "Unsere Mitarbeiter müssen von jedem Standort der Welt aus einfach zusammenarbeiten können - innerhalb und außerhalb des Büros", verlangt Elmar Pritsch, IT-Chef von Bosch.

Arbeit ändert sich. Es gibt neue Arbeitsmodelle, Arbeitsplatzausstattungen und Anforderungen an Führung und Zusammenarbeit. Das Stiftungsunternehmen will etwa in seine Organisation Teams mit großer Beweglichkeit eingliedern.

Das Projekt "Next Generation Workplace" hat Auswirkungen auf die 240 000 Bildschirm-Arbeitsplätze bei Bosch weltweit. "Ich bin es gewohnt, privat mit Freunden und Familie zu chatten und über verschiedene soziale Medien zu kommunizieren. Genauso intuitiv kann ich jetzt auch mit Kollegen zusammenarbeiten", lobt etwa die Mitarbeiterin Ee Von Lim aus Singapur. 800 Mio. EUR kostet das Projekt in den kommenden Jahren.

"Wer mit Hightech zu tun hat, will auch Hightech arbeiten", begründet Hüftle die Ausgaben. Anwender Bouke Feenstra zeigt, wie es funktioniert. Zu sehen ist das E-Mail-Programm Outlook. Wird ein Name eingetippt, sind die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme zu sehen: Chat, Telefon, Videokonferenz, E-Mail. Das alles funktioniert mit Notebook, PC und Smartphone. Muss während eines Videogesprächs ein Dokument gezeigt werden, reichen zwei Mausklicks aus. Über ein virtuelles Papier sind Zeichnungen möglich. Dazu ist allerdings eine bestimmte Bandbreite nötig, die es vielleicht nicht in jedem Freibad gibt - falls ein Mitarbeiter von dort überhaupt bewegte Bilder von sich schicken will.

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Erstellt:
6. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
6. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Februar 2016, 08:30 Uhr

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