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Gotthilf Fischer - Dirigent, Komponist und legendärer Chorleiter - feiert heute 90. Geburtstag
Sicher gibt’s am morgigen Sonntag ein Ständchen zum 90.: Gotthilf Fischer bei einer Probe des Fischer-Chors Stuttgart. Foto: Marijan Murat/dpa
Deutschlands Vorsänger

Gotthilf Fischer - Dirigent, Komponist und legendärer Chorleiter - feiert heute 90. Geburtstag

Der international bekannte Chorleiter gilt als „Herr der singenden Heerscharen“ oder „Therapeut der wunden Seelen“. Mit seinen Chören sorgt Gotthilf Fischer seit Jahrzehnten dafür, dass das deutsche Volkslied in aller Welt lebendig bleibt. Am morgigen Sonntag feiert er seinen 90. Geburtstag.

11.02.2018
  • Susanne Yvette Walter (mit DPA)

Bönnigheim. Fischers Beliebtheit ist sprichwörtlich. Mehr als 16 Millionen verkaufte Schallplatten, unzählige Fernsehauftritte, Einladungen, bei internationalen Großereignissen wie der Fußball-WM 1974 mit seinen Chören mitzuwirken und etliche Auszeichnungen in Gold und Platin zeugen von Fischers Popularität.

Für Moritz Puschke vom Deutschen Chorverband hat Fischer seinen Teil dazu beigetragen, dass Chorsingen wieder „in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“. Inzwischen seien viele neue Formate entstanden. „Die zentrale Botschaft dabei bleibt: Singen steckt an, Singen verbindet. Dies ist sicherlich auch ganz im Sinne des Jubilars.“

Geboren wird Fischer am 1928 in Plochingen. Sein Vater ist Zimmermeister – und Hobbymusiker. Mit 14 gründet er seinen ersten Chor, nach Kriegsende wird er mit 17 Leiter des Gesangvereins Concordia in Deizisau, später Leiter weiterer Gesangvereine – und das bis heute.

Bundesweit bekannt wird der Remstäler mit den Fischer-Chören, die 1969 in der ZDF-Sendung „Dreimal neun“ des TV-Moderators Wim Thoelke auftreten. Im Jahr 1974 dann der Auftritt vor dem WM-Endspiel und die ersten Schallplatten. Es folgen hunderte TV-Auftritte, „Sing mit den Fischer-Chören“ heißt seine Sendung. Es entstehen dutzende Schallplatten. Fischer erinnert sich noch eindrücklich an Besuche im Vatikan. „Mit 300, 400 Sängern im Petersdom – das war ein ganz besonders Erlebnis“, sagt er.

Fischer begeistert ambitionierte Laien für die Schönheit des gemeinsamen Chorgesangs. Es ist eine Begeisterung, die die Massen erreicht. Viele Menschen, die sonst vielleicht nie eine Bühne betreten hätten, finden unter Gotthilf Fischer zum Chorgesang. Er dirigiert bis heute.

Wenn Gotthilf Fischer auf sein Lebenswerk zurückschaut, fällt ihm nur ein: „Glück gehabt.“ Schließlich hat es keiner in der Hand, ob er mit seinem Tun auf Resonanz in der Öffentlichkeit stößt oder nicht. Die Frage, ob er heute im Rückblick nochmals alles so machen würde, beantwortet Gotthilf Fischer mit einem ausdrücklichen Ja. Er sagt: „Wer viel arbeitet, macht auch viele Fehler.“ Und trotz dieser Fehler, die er zweifelsohne auch gemacht hat, würde er alles genauso wieder machen.

Und welchen Sinn findet er im Anleiten von Sängern über Jahrzehnte hinweg? „Ich verspüre Dankbarkeit darüber, dass ich den Leuten das deutsche Liedgut nähergebracht habe und es noch weiterhin tun darf. Und die Menschen, die mit mir singen, sei es in meinen Chören oder bei Sing-mit-Veranstaltungen, sind auch wiederum dankbar, dass sie bei mir singen können“, erklärt der Jubilar. Das erwecke in ihm ein Glücksgefühl, sagt Gotthilf Fischer: „Die Menschen sollten viel mehr singen, dann würden sie nicht so viel streiten und gesünder leben.“

Gefeiert wird eine ganze Woche lang

Wenn schon, denn schon: Seinen 90. Geburtstag am Sonntag feiert der Dirigent, Komponist und Massenchorleiter Gotthilf Fischer eine ganze Woche lang. Am eigentlichen Jubeltag komme man „im ganz kleinen Kreis“ zusammen, doch dann werde er mit jedem seiner Chöre einzeln feiern – und da komme eben eine ganze Woche zusammen, sagte der „König der Chöre“. Der Autodidakt leitet seit mehr als 75 Jahren Chöre. Bundesweit bekannt wurde er in den 1970ern mit den Fischer-Chören.⇥dpa

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11.02.2018, 01:00 Uhr
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