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Gomez bricht den Bann
Effektiver Torjäger: Mario Gomez nutzte gleich seine erste große Chance zum 1:0 in der 27. Spielminute. Seit dem Trainerwechsel hat er bereits zweimal getroffen und ein Tor vorbereitet. Foto: Eibner
VfB Stuttgart

Gomez bricht den Bann

Der Angreifer erzielt beim Gastspiel in Augsburg das einzige Tor und schraubt die Erfolgsbilanz unter dem neuen Trainer auf sieben Punkte.

19.02.2018
  • WOLFGANG SCHEERER

Augsburg. Mehr Spannung geht nicht. Der VfB hat auch die fünf Minuten Nachspielzeit in Augsburg mit Zittern überstanden. Dann ließ sich das abgekämpfte, überglückliche Team vor der Stuttgarter Fankurve feiern. Mario Gomez brach mit seinem Treffer (27.) den Bann: Im zwölften Anlauf klappte es mit dem ersten Auswärtssieg der Saison. Tayfun Korkuts Team, das in den drei Spielen seit dem Trainerwechsel sieben Punkte holte, verbessert sich durch das 1:0 (1:0) auf den 13. Platz – mit jetzt vier Zählern Puffer zum Relegationsplatz.

„Großes Kompliment an meine Mannschaft“, sagte Korkut. „Der Auftritt war sehr gut. Aber wir sollten vorsichtig sein mit zu viel Euphorie. Es liegen noch große Brocken vor uns.“ Apropos wegräumen: Bis zum Anstoß hatten viele fleißige Helfer ganze Arbeit geleistet und zehn Zentimeter Neuschnee beseitigt. Dann ging's beim FCA gleich in die Vollen: Marcel Heller versuchte es mit einem 13-Meter-Schuss (2.). Blitzschnell schaltete der VfB. Der Ex-Augsburger Erik Thommy stürmte nach acht Minuten davon, spielte auf Emiliano Insua. Der Argentinier flankte ins Zentrum, wo Gomez beim Versuch einer Drehung zu Fall kam, leicht bedrängt von Martin Hinteregger. Der 32-jährige VfB-Stürmer gestikulierte, aber für Schiedsrichter Tobias Stieler, der gut stand, war's ein klarer Fall: kein Elfer.

Badstuber in neuer Rolle

Nur einen Punkt in den letzten acht Duellen mit Angstgegner FCA hatte der VfB geholt. Dieses Mal sah es gleich vielversprechender aus, weil die Defensiv stabil stand. Abwehrchef Holger Badstuber kehrte in die Startelf zurück: doch nicht in der Innenverteidigung, sondern als Mittelfeldabräumer vor der Viererkette. Dennis Aogo blieb dafür zunächst auf der Bank. Routinier Badstuber also auf der „Sechs“, Christian Gentner spielte derweil wieder auf der Außenbahn und prüfte Torwart Marwin Hitz gleich mit einem wuchtigen Distanzschuss aus 30 Metern (24.). Drei Minuten später lag die Kugel hinter Hitz im Netz. Thommys Freistoß blieb an der Mauer hängen, Gomez kam an den Ball und schoss aus 14 Metern mit rechts ein. Das zweite Tor für den Rückkehrer, der noch einmal seine WM-Ambitionen untermauert hat: „Der Bundestrainer weiß, was ich kann, auch für den Fall, dass er mich als Joker mitnimmt.“

Nach dem 1:0 (27.) gab es mit dem ersten Eckball die schnelle Chance zum 2:0, doch Hitz klärte erneut gegen Gentner (33.). Stattdessen Riesenjubel bei den FCA-Fans, der schnell verstummte: Michael Gregoritsch stand beim vermeintlichen 1:1 (37.) im Abseits, wie der Videobeweis zeigte. Der wurde auch eingesetzt, als Gomez im Zweikampf Hinteregger wieder zu Fall kam und sich lautstark beschwerte (43.). Ergebnis: Trotz Berührung kein Elfmeter, wie Stieler meinte.

Eng ging es auch nach der Pause weiter. Augsburg hatte wieder die erste Gelegenheit: Zieler klärte gegen Gregoritsch (56.). Manuel Baums Elf drängte den VfB zurück, versuchte, zum Ausgleich zu kommen. Die Stuttgarter konterten. In der 65. Minute flankte Daniel Ginczek auf Gomez, der aus fünf Metern an Hitz scheiterte und später einräumte: „Wir hätten höher gewinnen müssen. Da muss ich mir an die eigene Nase fassen.“ Kurz nach der Szene schaltete Korkut auf Nummer sicher. Er brachte Aogo für Thommy. Korkuts Kollege Baum sah das Ende der Partie von der Tribüne aus. Nachdem er wiederholt Entscheidungen kritisiert hatte, handelte Stieler (73.). Baum sah von oben, wie Ginczek nach krassem Ballverlust Caiubys verschoss (77.), der VfB sich über die Schlussphase rettete und den ersten Erfolg gegen Augsburg seit dem 27. April 2013 (!) feierte.

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19.02.2018, 06:00 Uhr
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