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Finanzen

Goldrausch weicht Bitcoin-Fieber

Die digitale Währung notiert auf einem neuen Rekordstand. Experten reagieren unterschiedlich.

07.03.2017
  • DPA

New York. Totgesagte leben länger – dieses Sprichwort kann man für die Digitalwährung Bitcoin alle Jahre wieder hervorkramen. In der vergangenen Woche zeigte die 2009 als Freigeldprojekt ohne staatliche Kontrolle gestartete Internetwährung einmal mehr, dass sie trotz aller Rückschläge nicht kleinzukriegen ist. Diesmal waren es Spekulationen auf den ersten US-Indexfonds für Bitcoins, die den Kurs am Freitag auf ein neues Rekordhoch von fast 1300 Dollar (1226 EUR) trieben.

Damit zog der Bitcoin am Goldpreis vorbei, was Finanzexperten aufhorchen ließ. Denn die virtuelle Währung wird bislang eher als eine Art kleiner digitaler Bruder des Edelmetalls gehandelt. Tritt sie jetzt aus dem Schatten und wird zur ernstzunehmenden Konkurrenz?

„Für etliche Anleger ist Bitcoin ähnlich wie Gold ein sicherer Hafen, der in unsicheren Zeiten angesteuert wird“, meint Experte Daniel Saurenz von Feingold Research. Parallelen zu dem Rohstoff wurden von Anfang an gezogen. Bitcoins werden gezielt knapp gehalten und gelten bei Anhängern deshalb wie Gold als Inflationsschutz. Zudem gibt es in beiden Fällen keinen direkten Einfluss durch Zentralbanken, was bei Crash-Theoretikern und marktliberalen Kreisen gut ankommt.

Manche Finanzprofis, wie etwa Ali Farid Khwaja von der Berenberg Bank, gingen schon vor Jahren davon aus, dass Bitcoins sich ähnlich wie Gold zu einem Wertspeicher bei Krisen, Hyperinflation oder exzessivem Gelddrucken entwickeln könnten.

Nicht alle sind begeistert

Es gibt aber auch Skepsis: „Wir halten Bitcoins aus vielerlei Gründen als Gold-Alternative für ungeeignet“, heißt es etwa von den Analysten der Commerzbank. Zu den Gründen zählten die geringe Marktgröße und Verbreitung, das fehlende Verständnis fürs Konzept und eine kurze Historie sowie die Preisvolatilität und der hohe Anteil der Spekulanten. Tatsächlich hinkt der Vergleich nicht nur wegen der unterschiedlichen Maßeinheiten – der Goldpreis wird je Feinunze (31 Gramm) angegeben, Bitcoins werden als virtuelle Einheiten an Online-Börsen gehandelt. Die von Fachleuten auf rund 180 000 Tonnen geschätzten globalen Goldvorräte waren zuletzt 7 Billionen Dollar wert. Alle Bitcoins im Umlauf zusammen bringen es mit knapp 21 Mrd. Dollar (19,1 Mrd. EUR) nur auf einen Bruchteil dessen.

Die relativ geringe Menge an Bitcoins macht die digitale Währung anfällig für Zockereien und starke Ausschläge. So ist der Preis zwar seit Jahresanfang um 30 Prozent geklettert, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum beträgt das Plus über 200 Prozent. Dem stehen aber massive Schwankungen und rapide Abstürze gegenüber, die die Bitcoin-Geschichte geprägt haben. Nach dem letzten Rekord Ende 2013 ging es in kurzer Zeit von über 1000 auf unter 500 Dollar nach unten.

Viele Anleger wetten derzeit laut Analysten darauf, dass die US-Börsenaufsicht SEC den ersten Indexfonds für Bitcoins genehmigt. Bis zum 11. März will die SEC ihre Entscheidung treffen. Sollten die Aufseher den Fonds ablehnen, könnte der Bitcoin-Rausch erstmal wieder vorbei sein. dpa

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07.03.2017, 06:00 Uhr
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