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Olympische Spiele

Gold heißt nicht gleich Geld

Olympia-Gold ist nicht gleich Gold. Die meisten Sieger von Rio haben finanziell noch längst nicht ausgesorgt. Vom Sport können die wenigsten leben.

23.08.2016
  • DPA

Rio de Janeiro. Es gibt sie, die Olympiasieger mit viel Geld: Sie heißen Michael Phelps. Oder Carmelo Anthony. Oder Usain Bolt, natürlich. Aber längst nicht jede der 306 Goldmedaillen, die in Rio de Janeiro vergeben wurden, verheißt für ihren neuen Besitzer auch finanziellen Gewinn. Der deutsche Gewehrschütze Henri Junghänel muss sich nach seinem sportlichen Höhepunkt gar auf Jobsuche machen. Wie ihm geht es vielen Athleten, trotz guter Leistungen in Rio.

Ein deutscher Olympiasieg ist rein formal nur 20 000 Euro wert. Diese Summe zahlt die Sporthilfe an die Goldmedaillen-Gewinner – für Silber gibt‘s 15 000 Euro, für Bronze 10 000 Euro, jeweils gestaffelt über ein Jahr. Was darüber hinaus gehen soll, liegt beim Athleten.

Fabian Hambüchen macht nach dem Ende seiner internationalen Turnkarriere erstmal ein Praktikum als Lehrer und sagt: „Ich habe lange noch nicht ausgesorgt.“ Für den 28-Jährigen ging es in Rio vor allem darum, sich den Status der Olympia-Legende endgültig zu sichern. Mission erfüllt – Gold.

Gewehrschütze Junghänel denkt ans Aufhören, um endlich Geld zu verdienen. „Ich mache jetzt ein Jahr Pause und gehe auf Jobsuche“, kündigte der 28-Jährige an. „Mit Sport kann man kein Geld verdienen. Da ist das Ingenieurwesen lukrativer.“ Sein Sportdirektor Heiner Gabelmann pflichtete schmunzelnd bei: „Vom Schießsport können nur wenige leben, ich zum Beispiel.“

Auch das Gefälle von der Goldmedaille zu Silber und Bronze ist groß, weiß Sabine Spitz. „Dadurch, dass ich alle drei Medaillen zu Hause habe, kann ich den Unterschied sehr gut feststellen“, sagt die 44 Jahre alte Mountainbike-Fahrerin. Auch das Timing der Wettbewerbe sei entscheidend: Wer früh dran ist, profitiere länger, sagt Spitz. „Der kann die Plattform Olympia noch zwei Wochen lang nutzen und sich präsentieren.“

Ganz anders ist dies bei Athleten, deren Leistungen in Rio nicht für eine Medaille reichten, wie etwa bei dem Kölner Sportsoldaten Matyas Szabo, der als bester deutscher Fechter im Viertelfinale ausschied. Er sagt: „Ich muss studieren und versuchen, irgendwas aus meinem Leben zu machen, wenn ich fertig bin hiermit.“ Zum Star sei er aber ohnehin nicht gemacht. Auf der Straße erkannt zu werden, das sei nichts für ihn.

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23.08.2016, 06:00 Uhr
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