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Deniz Yücel

Gnade mit Kalkül

17.02.2018

Von ULRICH BECKER

UIrich Becker Foto: V. Könneke

Ulm. Er freue sich sehr über die Entscheidung der türkischen Regierung, erklärte Sigmar Gabriel nach der Freilassung von Deniz Yücel gestern. Die Aussage des Außenministers, der so gerne im Amt bleiben möchte, gilt für das persönliche Schicksal des Journalisten der „Welt“ ganz sicherlich – aber genauso sicher gibt es überhaupt keinen Anlass, sich über die vermeintliche Milde der türkischen Regierung zu freuen.

Ohne rechtliche Grundlage haben die türkischen Behörden einem Menschen ein Jahr seines Lebens gestohlen. Ein Jahr saß Deniz Yücel im Knast, feierte dort Geburtstag, feierte Hochzeit – ohne Anklage, ohne Aussicht auf einen Prozess. Der plötzliche Sinneswandel der Richter ist nicht der Einsicht geschuldet, Deniz Yücel sei unschuldig. Nein, es ist die Angst der türkischen Regierung vor drohender internationaler Isolation und schnöde wirtschaftliche Not. Ohne Deutschland fließen weder Investitionen noch kommen ausreichend Touristen in das Land am Bosporus. Tatsache ist: Weiterhin sitzen über 150 Journalisten in türkischen Gefängnissen – mehr als in China und Russland zusammen. Das sollte der deutsche Außenminister nicht vergessen.

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Erstellt:
17. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2018, 06:00 Uhr

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