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Gipfel der Zipfel
Gemeinsamer Boots-Trip: Weihnachtsmänner und -frauen aus aller Welt treffen sich derzeit in Kopenhagen. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix via AP/dpa
Tradition

Gipfel der Zipfel

130 Weihnachtsmänner aus aller Welt tagen derzeit in Kopenhagen. Kernfragen: Der Zeitpunkt der Geschenkausgabe und die Einteilung von Kindern in erzogen und unerzogen.

24.07.2018
  • ANDRé ANWAR

Kopenhagen. Nach dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin in Helsinki richten sich die Augen der Welt seit Montag auf eine weitere nordische Metropole. Seit Montag beherbergt Kopenhagen den auf vier Tage angelegten „Weltkongress der Weihnachtsmänner“. Nicht zufällig findet er am 23., 24., 25. und 26. Juli statt.

Über 130 Weihnachtsmänner und Weihnachtsfrauen sind dazu in voller Dienstmontur aus über 15 Ländern eingeflogen. Zum Auftakt stattete die mehrheitlich rotweiße Truppe am Montag traditionsgemäß der sehnsüchtigen, kleinen Meerjungfrau von Hans Christian Andersen in der Bucht von Kopenhagen einen Besuch ab. Danach folgte, streng nach Schema, die „Weihnachtsmännerparade“ vom Königinnenschloss Amalienborg durch die Stadt.

Die Kinder von Kopenhagen zeigen sich angesichts des für die Jahreszeit ungewöhnlichen Schauspiels verwirrt und entzückt zugleich. Ganz Pfiffige nutzen die Gelegenheit, um bereits unter der Hand einen Wunschzettel abzugeben.

Die meisten Weihnachtsmänner kommen seit Jahrzehnten fast jedes Jahr. Irgendwann sind die Söhne mit dabei und übernehmen die Repräsentation, wenn die Väter zu alt für den anstrengenden Beruf werden. Weihnachtsmann Peter (51) aus dem kanadischen Toronto ist schon seit fünf Jahren dabei, sein Vater seit 30 Jahren. „Es ist eine Art Familienbetrieb. Vater und Sohn. Mein Vater hatte stets so eine Freude an dem Nebenjob zur Weihnachtszeit und er hat mich angesteckt“, erzählt er. Der Altersunterschied beim Weltgipfel ist dementsprechend groß. Weihnachtsmänner der jüngeren Generation treffen auf ältere Kollegen und hoffen, dabei einiges dazulernen zu können. Manchmal sind besonders altgediente „Santas“ dabei, die in Rollstühlen von Hostessen durch die Weltkongresstage geschoben werden.

Ob es Streit geben wird, beim diesjährigen Gipfel? „Nein, eigentlich streiten wir uns nie. Es geht mehr darum, Ratschläge auszutauschen, zu hören, wie viele Kinder die anderen pro Bescherung schaffen, Entlohnungsfragen und anderes“, sagt Weihnachtsmann Peter. Sein Kollege Douglas aus Washington ist schon seit rund 30 Jahren dabei und empfindet die Lage als nicht ganz so harmonisch. „Es wird jedes Jahr debattiert, wann die Geschenke verteilt werden sollten. Die eine Fraktion ist für den 24. Dezember. Sie nennen das Heiligabend. Bei uns in Amerika müssen die Geschenke dahingegen am 25. bis 12.01 Uhr verteilt sein“, betont er etwas bissig. Früher schaffe man das einfach nicht, auch wegen der Logistik. Zudem sei es gut für Kinder, sich schon früh in Geduld zu üben, findet er. Je später die Geschenke desto besser.

Es gebe gar eine dritte Truppe Bärtiger, die erst für den 6. Januar plädiert, unterstreicht Douglas respektvoll. Erwartungsgemäß werde man sich da wohl auch beim 62. Gipfel nicht näher kommen, vermutet er. Bereits am Sonntag gab es im Hotel einige informelle Vorgespräche zu dem Thema.

Ob es andere wichtige Fragen gibt? „Ja, viele. Ich denke etwa, dass die Kinder den Eltern auch ein Geschenk machen können, in dem sie brav sind. Ob Kinder ungezogen oder erzogen sind, und wie man die Messlatte ansetzt, ist zentral beim Weihnachtsfest. Aber auch andere Fragen, wie der Klimawandel, der ja zum abschmelzen unserer Polarkappen führt, und wie wir Weihnachtsmänner Geschenke klimafreundlicher produzieren, einpacken und transportieren können, das sind wichtige Fragen für den Weihnachtsmann von heute“, sagt Douglas.

Sein Kollege Yama Moto Paradise aus Japan pflichtet ihm bei. Obwohl die Anzahl von Christen in Japan verschwindend gering ist, habe das Weihnachtsfest, wie es in Hollywoodfilmen vorgelebt wird, dort inzwischen eine große Bedeutung, erzählt er.

„Ich selbst gehe Weihnachten durch die Kinderabteilungen der Krankenhäuser in Tokio. Die Kinder, die auch an Weihnachten nicht nachhause dürfen, sind oft sehr krank“, sagt der 55-jährige Japaner.

Auch das Problem von Übergewicht bei den Weihnachtsarbeitern soll dieses Mal wieder thematisiert werden. Eine gemütliche Dicklichkeit gehöre zum Beruf, argumentieren sie und fordern stattdessen eine Vergrößerung der Schornsteindurchmesser, zumindest in den USA.

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24.07.2018, 06:00 Uhr
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