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Kommentar zum Urteil im Infinus-Skandal

Gier wird bestraft

Viereinhalb bis acht Jahre – die Urteile sind drastisch in einem der größten Anlageskandale der Republik. Die Manager von Infinus haben nach Überzeugung der Dresdner Richter jahrelang mindestens 22 000 Anleger mit dubiosen Finanzprodukten über den Tisch gezogen und um mindestens 312 Millionen Euro gebracht.

10.07.2018

Von Rolf Obertreis

Es ist der klassische Fall im grauen Kapitalmarkt, der weniger reguliert und kontrolliert wird als die Geschäfte von Banken, Sparkassen und Versicherungen. Die Anbieter locken mit Renditen weit über dem Marktniveau, zeigen sich in Hochglanzprospekten, gewinnen Politiker und Prominente, auch mit großzügigen Spenden für soziale Einrichtungen. Infinus zahlte erst einmal verlässlich und galt lange als Erfolgsgeschichte bis das Kartenhaus 2013 zusammenfiel. Dahinter verbarg sich ein klassisches Schnellballsystem. Die versprochene Rendite von bereits gewonnenen Anlegern wurde mit dem Geld neuer Anleger finanziert. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen, zumal die Manager im Luxus schwelgten.

Doch auch die geprellten Anleger müssen sich hinterfragen. Die versprochenen Renditen waren unrealistisch, das vermeintlich clevere und hochkomplexe Finanzkonzept dürften sie nicht durchschaut haben. Für ihre Betrügereien wandern die Manager hinter Gittern. Die Anleger bezahlen ihre Naivität und Gier nach Rendite mit bitteren Verlusten.

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Erstellt:
10. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2018, 06:00 Uhr

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