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Gewerkschaft kritisiert Hochtief-Ausstieg

06.08.2016
  • DPA

Frankfurt. Die Entscheidung des traditionsreichen Essener Baukonzerns Hochtief, den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) zu verlassen, ist bei der Gewerkschaft auf scharfe Kritik gestoßen. „Der Hochtief-Vorstand begibt sich damit ins gesellschaftliche Abseits“, rügte der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG Bauen Agrar Umwelt, Dietmar Schäfers.

Er kündigte an, die Gewerkschaft werde nun mit dem Konzernbetriebsrat über das weitere Vorgehen beraten. Das Ausscheren des Baukonzerns aus der bundesweiten Tarifbindung dürfe für die 3600 Hochtief-Mitarbeiter in Deutschland keine Nachteile haben.

Hochtief will zum Jahresende aus dem HDB austreten, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Der Industrieverband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 2000 mittelständischen und großen Bauunternehmen. Hochtief wolle seine Interessen „künftig eigenständig vertreten“, sagte der Firmensprecher.

Der Essener Baukonzern war vor fünf Jahren vom spanischen ACS-Konzern übernommen worden. Für das erste Halbjahr 2016 hatte Hochtief einen Gewinnsprung gemeldet, der Umsatz sank allerdings.

Bei der IG Bau stieß die Begründung des Schrittes durch Hochtief auf Unverständnis. „Es ist mehr als fraglich, ob einem einzelnen Betrieb im politischen Berlin und Brüssel mehr Gehör geschenkt wird als einem Verband“, sagte Schäfers.

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06.08.2016, 06:00 Uhr
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