Stuttgart

Gewerkschaft: „Kita-Personal fühlt sich alleine gelassen“

Während in den Schulen die Testpflicht und Fernunterricht organisiert werden, stehen Erzieherinnen in den Kitas noch mit leeren Händen da. Eine Testpflicht für Kinder, so wie es in Schulen geplant ist und im Kreis Böblingen finanziert wird? Das wär's, sagen die Gewerkschaften.

08.04.2021

Von dpa/lsw

Stuttgart. Nach den Elternvertretern fordern auch die baden-württembergischen Erzieherinnen und Kita-Betreuer Klarheit über das weitere Vorgehen bei der Öffnung von Kindertageseinrichtungen. „Die Kolleginnen und Kollegen fühlen sich in den Einrichtungen alleine gelassen“, kritisierte der Landesbezirksleiter der Gewerkschaft Verdi, Martin Gross. Für die Schulen habe es bereits ein Spitzengespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gegeben. Dagegen fehlten für den viel riskanteren Kita-Betrieb teilweise immer noch verbindliche und sichere Konzepte, sagte er der dpa.

Die Landesregierung will am Donnerstag weitere Entscheidungen zur Strategie in den Kitas bekanntgeben. Dabei könnte es auch um eine Testpflicht oder ein Testangebot für Kinder gehen, wie es der Kreis Böblingen in Eigeninitiative derzeit organisiert und wie es Gewerkschaften fordern. Dort werden Jungen und Mädchen ähnlich wie in den Schulen zwei Mal in der Woche getestet, bevor sie die Kitas betreten. Nach Ablauf des Projekts sollen die Erfahrungen ausgewertet und entschieden werden, wie sich ein Modell auf Kreisebene weiter finanzieren lassen könnte.

Verdi-Landesbezirksleiter Gross forderte landesweite Rahmenbedingungen, damit Kommunen und Träger die pädagogische Arbeit organisieren könnten. Es sei wichtig, dass die Beschäftigten nicht jeden Morgen am Kita-Tor neue Regeln durchsetzen müssten. „Pädagogische Fachkräfte sind für die Kinder verantwortlich und keine Türsteher der sich ständig ändernden Corona-Politik des Landes“, sagt Gross. Die Gewerkschaft will ihre konkreten Forderungen an die Landesregierung am Donnerstag (10.00) veröffentlichen.

Zuvor hatten bereits die Eltern moniert, der Wechsel zum Fernunterricht nach den Osterferien sorge bei den Eltern mit Kindern in Kitas und Kindertagespflege für akute Verunsicherung. Sie beobachteten mit Unruhe, dass sich die Landesregierung bisher noch nicht zum Verfahren in den Kitas geäußert habe, teilte ein Sprecher der Landeselternvertretung baden-württembergischer Kindertageseinrichtungen (LEBK-BW) mit.

Die Elternvertreter sprechen sich grundsätzlich für offene Kitas aus und verweisen dabei auch auf aktuelle Daten des Landesgesundheitsamt, wonach vor allem Arbeitsstätten und der private Bereich für den Großteil der Corona-Neuinfektionen verantwortlich seien.

Zum Artikel

Erstellt:
8. April 2021, 06:42 Uhr
Aktualisiert:
8. April 2021, 06:42 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. April 2021, 06:42 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App