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Gewehrschütze Henri Junghänel gewinnt bei seiner Olympia-Premiere
Goldener Jubel: Henri Junghänel behielt mit dem Kleinkaliber-Gewehr die Nerven und wurde zum ersten Mal in seinem Leben Olympiasieger. Foto: afp
Auf Anhieb Gold – Party erst am Sonntag

Gewehrschütze Henri Junghänel gewinnt bei seiner Olympia-Premiere

Henri Junghänel hat den deutschen Schützen die zweite Goldmedaille gesichert. Groß gefeiert wird nach Abschluss aller Schützenwettbewerbe.

13.08.2016
  • DPA

Rio de Janeiro. Henri Junghänel lächelte verschmitzt und sah sich nach dem Olympiasieg zu einer Entschuldigung bei seinen Eltern gezwungen. „Mein Vater hat schon vor sechs, sieben Jahren gesagt, dass er nicht mehr zu meinen Wettkämpfen geht, weil er es nicht aushält“, sagte der Goldschütze von Rio.

Für den bislang größten Wettkampf im Leben des Sohnes hatten sich Mutter und Vater Junghänel dann doch zu einem Besuch durchgerungen, auch Freundin Julia nahm die Reise nach Brasilien auf sich. Auf der Tribüne des Olympic Shooting Centers wurden die Nervenkostüme wie befürchtet bis aufs Äußerste strapaziert, doch am Ende flossen Tränen der Freude und Erleichterung: Gleich bei seinem Olympia-Debüt gewann Junghänel gestern die Goldmedaille im KK-Liegendschießen und setzte damit die Erfolgsserie der deutschen Schützen fort.

Nach Monika Karsch mit der Sportpistole (Silber), Gewehrschützin Barbara Engleder (KK-Dreistellung/Gold) und Bogenschützin Lisa Unruh (Silber) war es die vierte Medaille für den Deutschen Schützenbund (DSB), der in London vor vier Jahren noch leer ausgegangen war.

„Er ist der Olympiasieger. Ich bin mega stolz, das ist richtig geil!“, sagte Freundin Julia mit feuchten Augen, bevor Henri Junghänel bei der Siegerehrung bewegt die Nationalhymne mitmurmelte und für die Fotografen ins Edelmetall biss. „Die Medaille schmeckt ein wenig metallisch“, konstatierte er, „aber sie fühlt sich ausgezeichnet an. Die ist absolut geil.“

Bis zu seinem Wettkampf war Junghänel, der olympischen Rekord schoss und den Südkoreaner Kim Jonghyun und Kirill Grigorjan aus Russland deutlich distanzierte, als Glücksbringer der Medaillenschützinnen Engleder und Karsch aufgetreten. Am Freitag tauschten sie die Rollen. Olympiasiegerin Engleder und Karsch drückten kräftig die Daumen, als sich Junghänel an Schießstand A für den Medaillenkampf in Stellung brachte.

Dort lief für Junghänel alles nach Plan. 10,8, 10,7, 10,7 – mit einer Serie herausragender Versuche baute er seinen Vorsprung aus und lag klar auf Goldkurs. Vor den letzten beiden Schüssen führte Junghänel 1,1 Punkte vor Kim – und ließ sich Gold nicht mehr nehmen. „Einwandfrei! Er hat das super gelöst, super gemacht, besser geht es überhaupt nicht“, sagte Goldschützin Engleder anschließend.

Dabei wäre Junghänel zuvor beinahe schon draußen gewesen. Mit dem letzten Schuss der Qualifikation hatte er lediglich 9,4 Ringe erzielt und drohte aus dem Finalranking zu fallen. Nach einigen Minuten des Bangens war die Teilnahme am Kampf um eine Medaille aber perfekt – Junghänel pustete erleichtert durch. „Der letzte Schuss hat mich geärgert, da war ich kurz unkonzentriert“, sagte er. Es blieb sein einziger Ausrutscher. Die große Party verschob er auf Sonntagabend nach Abschluss der Wettbewerbe. „Wenn das komplette Schützenteam durch ist, werde ich kräftig einen ausgeben“, versprach Junghänel.

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13.08.2016, 06:00 Uhr
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