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Gröhe will Weniger Antibiotika

Gesundheitsminister will Verschreibung eindämmen – Ärzte unter Druck

Gesundheitsminister Gröhe will das leichtfertige Verschreiben von Antibiotika eindämmen. Ärzte wehren sich dagegen, die Mittel vorschnell zu verordnen.

08.08.2016
  • DPA

Berlin. Den „zielgenauen Einsatz mit Antibiotika“ will Hermann Gröhe (CDU) fördern. Zu diesem Zweck sehe ein geplantes neues Gesetz zur Arzneimittelversorgung vor, den Ärzten diagnostische Verfahren besser zu vergüten, sagte der Bundesgesundheitsminister. „Ärzte sollen so in die Lage versetzt werden, schnell und qualitätsgesichert in der Praxis festzustellen, welche Behandlung für den Patienten die richtige ist“, sagte Gröhe am Wochenende. Der Gesetzentwurf werde zurzeit innerhalb der Regierung abgestimmt.

Experten warnen seit langem, dass die Zahl der gegen Antibiotika resistenten Bakterien zunimmt. Zu häufig würden Antibiotika bei banalen Krankheiten eingesetzt. Jedes Jahr sterben nach Schätzungen tausende Menschen in Deutschland an Infektionen durch multiresistente Bakterien. Gegen diese „Superkeime“ helfen viele Antibiotika nur noch schlecht oder gar nicht mehr, die Erreger sind resistent geworden. Hauptgrund ist, dass Antibiotika zu häufig und unsachgemäß eingesetzt werden – in der Humanmedizin und der Tierzucht.

Eine Auswertung der Abrechnungsdaten von rund sieben Millionen BKK-Versicherten aus 13 Bundesländern habe gezeigt, dass 1,7 Millionen Menschen innerhalb von eineinhalb Jahren Antibiotika verschrieben bekommen hätten. 1,3 Millionen Rezepte hätten auf Erkrankungen beruht, gegen die Antibiotika „in aller Regel“ nichts ausrichten könnten.

„Es wird falsch verordnet – so falsch, dass die Gesundheit von Patienten gefährdet wird“, kritisierte der Vizevorstandschef der BKK Nordwest, Dirk Janssen.

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, erklärte: „Die Verordnungszahlen von Antibiotika durch Kinder- und Jugendärzte sind seit Jahren rückläufig.“ Ein Grund sei, dass der Verband Fortbildungen zu diesem Thema anbiete. Mit Sorgen sähen die Mediziner regionale Unterschiede der Antibiotikaverordnungen. „Ausländische Eltern kennen es oft aus ihrer Heimat, dass Kindern bei kleinsten Infekten Antibiotika verabreicht werden“, so Fischbach. Auch viele Berufstätige verlangten für ihre Kinder „bei jedem Infekt“ Antibiotika, um möglichst nicht am Arbeitsplatz zu fehlen. Beide Elterngruppen übten Druck auf die Ärzte aus. Daher müssten sie besser aufgeklärt werden.

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08.08.2016, 06:00 Uhr
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