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Gestörtes Naturidyll
Amtsleiter Volker Schirner am Aussichtspunkt im Leibfriedschen Garten. Foto: Barbara Wollny
Stadtgrün

Gestörtes Naturidyll

Der Leibfriedsche Garten ist eine Stuttgarter Besonderheit. Müll und Graffiti verschandeln das Kleinod zusehends.

01.09.2017
  • BARBARA WOLLNY

Stuttgart. Wie grün Stuttgart ist, wird bei der 360 Grad Rundumsicht von der Aussichtsplattform der Bastion Leibfried aus deutlich. Unten die Stadt, am Horizont die Schwäbische Alb, davor Neckartal, Weinberge und die bewaldeten Hänge des Kessels. Rund ein Viertel des 25 000 Hektar großen Stadtgebiets ist grün. Eingezwängt zwischen dem vielbefahrenem Pragsattel und der Heilbronner Straße ist der Leibfriedsche Garten nur ein kleiner Park. Aber er gehört mit zum großen „Grünen U“, das sich vom Killesberg über den Rosensteinpark bis zum Schlossgarten erstreckt und über Seilbrücken für Fußgänger und Radfahrer erreichbar ist.

Doch das Kleinod verfällt zusehends. Manche der Wege sind nicht mehr begehbar, der weiße Beton ist mit Graffiti bemalt, auf dem Boden der Aussichtsplattform liegen zerschmetterte Flaschen. Bei einem Vor-Ort-Termin ist Volker Schirner, Leiter des Stuttgarter Garten-, Friedhof- und Forstamts, selbst entsetzt über den Zustand. Reinigungstrupps überprüften zwar regelmäßig die Grünanlagen, hier seien aber wohl mehr Kontrollgänge notwendig. Auch baulich müsse investiert werden, so Schirner, um die Arbeit von Hans-Dieter Schaal zu erhalten. Der vielfach ausgezeichnete Gartenarchitekt und Künstler hatte das Gelände wieder zugänglich gemacht. „Es ist fünf vor zwölf“, so Schirner, der die Anlage erneuern will. „Wir müssen so bald wie möglich zusätzliches Budget für die Sanierungen einplanen.“

Geschaffen hatte den Garten einst der Schokoladenfabrikant Moser, der den Ehrgeiz hatte, mit seinem Haus auf die Villa Berg hinunterschauen zu können, den Sommersitz von König Karl. Entsprechend großzügig fiel 1875 die Planung seines Anwesens aus – inklusive herrschaftlicher Parkanlagen, Brunnen, Grotten und Wäldchen. 1879 kaufte Karl Leibfried das Anwesen. Von ihm erhielt der Park seinen Namen. Erst zur Gartenausstellung 1993 erinnerte man sich wieder an das verwilderte Gelände, womit Schaal ins Spiel kam. Er machte eine Art Kunststation aus den Relikten. Mit einer für die damalige Zeit hochmodernen Planung erhielt er die Ruinen sowie das wilde Grün und schuf Stege, Durchgänge und Brücken.

Über den Wiesen, die bewusst nur zweimal pro Jahr gemäht werden, summen Bienen, fliegen Schmetterlinge, schwirren Insekten. „Stuttgart hat schon früh mit exzessiver Parkbewirtschaftung angefangen, um Biotope zu erhalten“, sagt Schirner. Immerhin: Mit dem naturnahen Zustand der Grünanlage ist der Amtsleiter zufrieden. Barbara Wollny

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01.09.2017, 06:00 Uhr
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