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Verbrauchertipp

Geschlossene Fonds in Kritik

Finanztest warnt: Geschlossene Fonds erreichen höchst selten die angekündigten Gewinnziele. Statt dessen produzieren sie häufig Verluste.

08.10.2015

Von AFP

Mit Beteiligungen an Immobilien, Schiffen, Windrädern oder Medienproduktionen haben Anleger in den vergangenen Jahren Milliardenverluste erlitten. Von mehr als 1000 geschlossenen Fonds, die seit 1972 aufgelegt wurden, erfüllten 94 Prozent ihre Gewinnprognose nicht, berechneten Experten der Zeitschrift "Finanztest". Sie lobten neue gesetzliche Regulierungen, sehen geschlossene Fonds aber skeptisch. Für die Untersuchung hatten die Finanz-Experten 1139 geschlossene Fonds der besonders gängigen Bereiche Immobilien, Umwelt, Schifffahrt und Medien geprüft. Während 6 Prozent ihre Gewinnprognose gemessen am investierten Anlegergeld erfüllt hätten, fielen bei 69 Prozent Verluste an. Insgesamt verbrannten die Anleger 4,3 Mrd. EUR, statt in Aussicht gestellter Gewinne von insgesamt 15,4 Mrd. EUR einzustreichen.

Einbezogen wurden 666 bereits aufgelöste Fonds, bei denen das Endergebnis also bereits feststeht. Bei den 473 noch laufenden Fonds wurden die bisherigen Ausschüttungen und die Kurse verglichen mit denen die Fondsanteile zuletzt an der Zweitmarktbörse gehandelt wurden. Bis zum Ende der Laufzeit könne sich ihr Ergebnis noch verbessern oder verschlechtern. Im Schnitt verloren Anleger zumindest einen Teil ihres angelegten Geldes bei 57 Prozent der Immobilienfonds, bei 62 Prozent der Umweltfonds, bei 81 Prozent der Schiffsbeteiligungen und bei 96 Prozent der Medienfonds.

Der Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen (BSI), in dem sich Anbieter von Fonds zusammengeschlossen haben, warf "Finanztest" handwerkliche Fehler vor. Es sei fragwürdig, dass die Autoren ihre Betrachtung auf Vorsteuerergebnisse richteten, sagte BSI-Hauptgeschäftsführer Eric Romba. Sehr viele der betrachteten Produkte seien "auf steuerliche Gestaltung", also das Steuersparen, ausgerichtet. Auch seien viele Arten von geschlossenen Fonds nicht einbezogen worden. Die Untersuchung sei deshalb für die Gesamtbranche nicht repräsentativ.

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Erstellt:
8. Oktober 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Oktober 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2015, 12:00 Uhr

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