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Geschichte der Stuttgarter Börse
Bild: Pixabay

Geschichte der Stuttgarter Börse

29.05.2018
  • Niclas Heike

Bereits 1853 kam es zum ersten Versuch einer Börsengründung in Stuttgart. Allerdings mangelte es noch am Interesse. Dies änderte sich, als 1860 der Industrie-Börsenverein gegründet wurde. Gegenstand waren Handelsgeschäfte im Textilbereich. Die resultierende Warenbörse wurde als „Stuttgarter Industriebörsen-Verein“ bekannt. Einmal monatlich tagte sie.

Als wahre Geburtsstunde der Stuttgarter Börse kann jedoch nur der 11. Februar 1861 gelten. An diesem Tag kam es zur Gründung des Stuttgarter Börsenvereins. Somit trat die Börse erstmals als Wertpapierbörse in Erscheinung. Von da an war sie überdies eine Tagesbörse, wo der Handel täglich stattfand. Ebenfalls wichtig war 1869 die Gründung der Württembergischen Vereinsbank. Dies war die erste Aktienbank in Württemberg. Unter anderem würde später aus ihr die Deutsche Bank hervorgehen. Ihre Aktivitäten spielten eine entscheidende Rolle für die Stuttgarter Börse.

Wirtschaftliche Turbulenzen seit den späten 1870er-Jahren schmälerten die Börsenumsätze. Die Tagesbörse geriet immer öfter in Zahlungsverzug. Industriebörse und Tagesbörse spalteten sich im Zuge dessen auf. 1886 stand dann die endgültige Trennung der beiden Börsen auf dem Plan. Darauf folgte ein immenser wirtschaftlicher Aufschwung. Dieser hielt von Mitte der 1880er-Jahre bis 1914 an. Die Hochphase der Industrialisierung ermöglichte viele neue Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten. Maschinen- und Automobilbau sowie Chemie und Elektrotechnik wurden sukzessive zu den wichtigsten Industriezweigen.

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Erster und Zweiter Weltkrieg

Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde 1914 der Börsenverkehr eingestellt. Es dauerte bis über das Kriegsende hinaus an, bevor die Geschäfte wieder aufgenommen wurden. Erst nach der Revolution (8. Januar 1919) wurden wieder Aktien gehandelt. Die Börsen insgesamt spielten in den folgenden Zeiten eine tragische Rolle. 1922 kam es im Rahmen der Hyperinflation zum sogenannten Spekulationsfieber, bei dem zahlreiche Unternehmer ihre Verluste durch umtriebige Börsentätigkeit konsolidieren wollten. Am 25. Oktober 1929 kam dann der historische Zusammenbruch der New Yorker Börse („Schwarzer Freitag“) und löste die Weltwirtschaftskrise aus. Infolgedessen brachen die Börsenumsätze überall zusammen. Von 1931 bis 1932 zwangen massive Kursrückgänge die Stuttgarter Börse vorübergehend zu schließen.

1933 kam es nach Machtergreifung der Nazis prompt zur Gleichschaltung der Stuttgarter Börse und zur Eingliederung in das Führerprinzip. Jüdische Kursmakler wurden kurzerhand entlassen. In der Folgezeit wurden die Börsen immer unverhohlener zum Instrument staatlicher Kapitallenkung. Emsige Aufrüstung wurde unter Inkaufnahme immer höherer Staatsschulden unerbittlich vorangetrieben. Ab 1944 war die Stuttgarter Börse mehrfach zum Umzug gezwungen, da alliierten Bomben ihren Standort mehr als einmal verwüsteten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Börse pünktlich zur Währungsreform wieder handlungsfähig. Allerdings dauerte es noch bis 1950, ehe das erste amtliche Kursblatt nach Kriegsende veröffentlicht werden konnte.

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29.05.2018, 09:50 Uhr
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