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Geschäftsbereich für 4.0-Themen gegründet - Verkauf der Sparte Industrial Services noch nicht abgesc
Ein Mitarbeiter der Sparte Voith Hydro beim Vermessen eines Wasserkraftturbinen-Teils. Der Umsatz in diesem Bereich ist stabil geblieben. Foto: dpa
Voith nimmt in der Digitalisierung Fahrt auf

Geschäftsbereich für 4.0-Themen gegründet - Verkauf der Sparte Industrial Services noch nicht abgeschlossen

Der Anlagenbauer Voith schreibt - bedingt durch den Umbau - rote Zahlen. Dennoch sehen die Heidenheimer optimistisch in die Zukunft. Für die Digitalisierung wird ein neuer Geschäftsbereich gegründet.

10.12.2015
  • MIRIAM KAMMERER

Stuttgart. "Wir sind über den Berg", sagt Voith-Konzernchef Hubert Lienhard auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz des Heidenheimer Anlagenbauers in Stuttgart. Naturgemäß unterstreichen Unternehmen bei dieser Gelegenheit die positive Sicht auf das abgeschlossene Jahr. Das ist auch beim Anlagenbauer Voith aus Heidenheim nicht anders, nach all den negativen Nachrichten aus dem vergangenen Jahr - Stellenabbau, kriselnde Papiersparte, Verkauf der Sparte Industrial Services.

Das Positive macht er an einigen konkreten Beispielen fest: Der Auftragseingang blieb annähernd auf dem Niveau des Vorjahres und das obwohl "wir nun wirklich keinen Rückenwind von den Märkten hatten." Der Umsatz ohne den Bereich Industrial Services ist gestiegen, und der Verkauf der mitarbeiterstärksten Sparte liege im Zeitplan. Bis März 2016 will Voith den Bereich Industrial Services abgestoßen haben, sagt Lienhard. Bei der Zentralisierung der Verwaltung sei der Konzern seinen eigenen Vorgaben sogar vier Monate voraus. Die Einsparungen durch den Umbau haben bisher schon 220 Mio. EUR eingebracht. Damit ist Voith dem Ziel von 250 Mio. EUR schon sehr nah gerückt.

Im Bereich Papier sieht es auch wieder besser aus. Das Geschäft mit den großen Maschinen ist zwar vorbei, aber dafür läuft es in Sachen Verpackung und Papiertücher gut, das zeigt sich im Umsatz, der im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Unterm Strich ist der Voith-Konzern aber mit 93 Mio. EUR in die roten Zahlen gerutscht. Vergangenes Geschäftsjahr stand hier noch ein Plus von 41 Mio. EUR. Diese negative Entwicklung sei dem Umbau geschuldet, sagt der Konzernchef.

Finanzchef Hermann Jung kann zwar nach "drei schwierigen Jahren" wieder Besseres verkünden, wenn er über das abgelaufene Geschäftsjahr (30.09.2015) spricht. Er erinnert aber auch an die Mitarbeiter, die zum Beispiel durch Standortschließungen in der Papiersparte, das Unternehmen schon verlassen mussten oder es noch müssen. Es bleibe dabei: 1500 Mitarbeiter der Sparte Papier werden bis Ende September 2016 gehen. Ein Großteil davon ist bereits ausgeschieden.

600 Beschäftigte arbeiten vom kommendem Jahr an in einem neu gegründeten Bereich. Voith Digital Solutions soll dem Anlagenbauer den Weg in das neue Industriezeitalter 4.0 weisen. "Wir entwickeln Voith konsequent zu einem Unternehmen, das den digitalen Wandel in unseren Branchen und Märkten maßgeblich mitgestaltet wird", sagt Konzernchef Lienhard.

Der Gesellschafterausschuss hat der Gründung zugestimmt. Am 1. April will Voith operativ in das neue Geschäft einsteigen. Das vorhandene Wissen rund um 4.0 im Unternehmen soll gebündelt werden. Roland Münch, bisher Leiter der Sparte Hydro, wird diesen Bereich leiten.

"Ich gehe davon aus, dass der Geschäftsbereich wachsen wird", sagt Lienhard. Voith wolle mit Digital Solutions auch neue Märkte, neue Kunden und neue Anwendungen erschließen, das mache schließlich den Reiz am digitalen Geschäft aus, meint der Voith-Chef. Andere große Unternehmen, wie der Ditzinger Maschinenbauer Trumpf, haben deutlich früher Aktivitäten im Bereich 4.0 angekündigt. Das sieht Lienhard aber gelassen. "Vieles, was in Deutschland als 4.0 bezeichnet wird, ist vielleicht 2.7 oder 3.5."

Lienhards Vorstellung von 4.0 für sein Unternehmen erklärt er so: Voith werde weniger in die Optimierung von Prozessen gehen. Stattdessen wolle der Konzern Daten analysieren. Das will Voith dazu nutzen, mit seinen Kunden besser zusammen zu arbeiten. Am Ende soll der Erfolg der Kunden durch die Datenanalyse wachsen.

Der Einstieg beim Augsburger Roboterhersteller Kuka (25,1 Prozent) im vergangenen Jahr, bereite ihm viel Freude, sagt der Konzernchef. Kuka habe tolle Produkte, und "wir sind momentan zufrieden". Durch den Kauf habe Voith erste Grundlagen im Bereich Industrie 4.0 geschaffen.

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10.12.2015, 06:00 Uhr
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