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London

Genversuch mit menschlichen Embryonen

In China haben Wissenschaftler die Methode zum Ausschalten kranker Gene in Embryos schon erprobt. Jetzt macht sich eine britische Forscherin daran.

02.02.2016

Von DARIO THUBURN, AFP

Manipulation an den Genen geplant: Ein fünf Tage alter Embryo (rechts vom Markierungsstrich). Foto: dpa

Großbritannien hat erstmals die Genmanipulation an Embryos erlaubt. Es geht um ein Forschungsprogramm zu Fehlgeburten. Ein Antrag der Wissenschaftlerin Kathy Niakan vom Francis-Crick-Institut auf Ausweitung ihrer Forschungszulassung sei genehmigt worden, teilte die Behörde HFEA mit. Die Entscheidung dürfte die ethische Debatte über Genmanipulationen am Menschen wieder anfachen.

Die Zulassung betrifft die Crispr/Cas9-Methode, mit der kranke Gene in der DNA bestimmt und ausgeschaltet werden. Niakan will die Gene identifizieren, die in den ersten Tagen nach einer Befruchtung bei der Entwicklung der Zellen eine Rolle spielen, aus denen später die Plazenta wird. Sie erhofft sich davon eine bessere Erforschung der Ursache von Fehlgeburten. Die für die Genveränderung verwendeten Embryonen stammen nach HFEA-Angaben von Fruchtbarkeitsbehandlungen. Sie dürfen nur für die Grundlagenforschung genutzt und nicht eingepflanzt werden.

Die gentechnische Veränderung von Embryos zu therapeutischen Zwecken ist in Großbritannien nicht erlaubt. Gestattet ist sie dagegen seit 2009 zu Forschungszwecken unter der Bedingung, dass die Embryos nach spätestens zwei Wochen vernichtet werden. Laut HFEA ist es das erste Mal, dass ein entsprechender Antrag gestellt wurde.

Die Crispr/Cas9-Methode wurde an menschlichen Embryonen schon in China angewendet: Im April 2015 teilten Universitätsforscher in Guangzhou mit, dass ihnen erstmals bei mehreren Embryos aus einer Fruchtbarkeitsklinik die Veränderung eines fehlerhaften Gens gelungen sei, das für eine potenziell tödliche Blutkrankheit verantwortlich gemacht wird. Sie räumten aber "große Schwierigkeiten" ein und forderten ein Weiterentwickeln der Methode. Die Nachricht hatte eine Debatte über ethische Grenzen von Genmanipulationen ausgelöst.

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Erstellt:
2. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
2. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Februar 2016, 08:30 Uhr

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