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Leitartikel über die Milliarden-Reserven der Krankenkassen

Genug Geld angehäuft

Die Steuereinnahmen des Staates eilen von Rekord zu Rekord. Und auch die Finanzen der Krankenkassen entwickeln sich besser als erwartet. Das hängt natürlich zusammen. Die Konjunktur läuft und läuft, die Beschäftigung ist hoch. Das spült Geld in die Kassen der Kassen. Allein im ersten Halbjahr betrug der Überschuss aller 113 gesetzlichen Krankenkassen zusammengenommen 1,41 Milliarden Euro. Die Reserven kletterten damit auf 17,5 Milliarden. Man könnte auch sagen: Die Krankenkassen schwimmen im Geld.

22.09.2017
  • Hajo Zenker

Davon sind sie selbst überrascht – lange gehörte Jammern zum Geschäftsmodell. Noch vor einem Jahr hatte ihr Spitzenverband jährliche Steigerungen des allein von den Arbeitnehmern zu zahlenden Zusatzbeitrages vorhergesagt. Nun aber liegt, ganz anders als viele Jahre üblich, trotz des medizinischen Fortschritts und sonstiger Kostensteigerungen das prozentuale Plus bei den Einnahmen pro Versichertem über dem Anstieg der Ausgaben. Was sich der Verband auch mit jungen, gesunden Zuwanderern aus anderen EU-Ländern erklärt, die bei uns einen Job gefunden haben.

Nun jedenfalls sollte das Anhäufen von Geld wirklich aufhören. Es liegt genug auf der hohen Kante. Krankenkassen sind keine Sparkassen. Die Zusatzbeiträge gehören gesenkt. Und nicht nur stabil gehalten, was jetzt als Sensation verkauft wird. Wenn sich die Kassen da hartleibig zeigen, kann man als Kassen-Mitglied auch etwas Druck aufbauen – indem man wechselt. Die Zusatzbeträge bewegen sich bundesweit ja zwischen 0,3 Prozent und 1,8 Prozent.

Im Übrigen kann selbstverständlich auch die Politik eingreifen. Und den seit 2015 eingefrorenen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Unternehmer und Beschäftigte teilen, absenken. Aber vielleicht kommt ja eine neue Bundesregierung auch auf die durchaus einleuchtende Idee, den Zusatzbeitrag zu beerdigen und den ganzen Beitrag wieder halbe-halbe von Arbeitnehmer und Betrieb bezahlen zu lassen.

Man kann das Geld natürlich auch in bessere Versorgung stecken. Dass in Deutschland eine Krankenschwester viel mehr Patienten betreuen muss als in anderen Ländern, ist Fakt. Der Streik an der Berliner Charité hat das aktuell wieder ins öffentliche Bewusstsein geholt. Und auch wenn Ärzte nicht zu den Geringverdienern gehören: Dass die Kassen ihnen gerade erneut den Ausgleich der tatsächlichen Kostensteigerungen ihrer Praxen verweigert haben, ist nicht in Ordnung. Ganz abgesehen davon, dass Ärzten, die viele Patienten betreuen, ein Teil ihrer Arbeit nicht vergütet wird. Und schließlich muss die Digitalisierung nach Jahren des Redens endlich richtig angeschoben und passgerecht für das deutsche Gesundheitswesen gemacht werden. Um etwa im ländlichen Raum angesichts des Ärztemangels zumindest mit Hilfe von Telemedizin Patienten zu behandeln.

Den Versicherten Geld zurückzugeben und gleichzeitig ihre Versorgung zu verbessern – die Milliarden machen das derzeit möglich. Wenn man nur will.

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22.09.2017, 06:00 Uhr
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