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Genius

Genius

Spielfilm über die Beziehung des amerikanischen Schriftstellers Thomas Wolfe zu seinem Lektor Max Perkins.

Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft

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Großbritannien 2016

Regie: Michael Grandage
Mit: Colin Firth, Jude Law, Nicole Kidman

105 Min. - ab 6 Jahren

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12.03.2016
  • Dorothee Hermann

Die Farbe kriecht ganz allmählich in die Bilder. Das ist eine hübsche Idee, den zeitlichen Abstand zum New York im Weltwirtschaftskrisenjahr 1929 deutlich zu machen und zugleich aufzulösen. In einer von Zigarettenqualm und Lokomotivenrauch nostalgisch verschleierten Atmosphäre bewegt sich Max Perkins (Colin Firth), Cheflektor im angesehenen Verlagshaus Scribner.

Durch die trüben Scheiben des verglasten Kabinetts, das ihm als Büro dient, fällt das Licht nur gedämpft, und mit seinem Homburg könnte er ebenso gut ein Detektiv von damals sein, der über einem besonders perfiden Fall brütet.

Wie Colin Firth („The King’s Speech“) in dieser neuerlichen Retro-Rolle Unbestechlichkeit mit zögerlicher Empathie verbindet, schreit geradezu nach einem Noir-Remake, in dem er als einsamer Wolf ein schreckliches Verbrechen aufzuklären hätte. Stattdessen ist Perkins der Vater von fünf Töchtern, der nach der Arbeit mit dem Zug ins grüne Connecticut abdampft, in eine Villa mit überdimensioniertem Säulenportikus, wo er, zeittypisch ganz Macho, seiner Frau Louise (Laura Linney) verbietet, weiter als Schauspielerin aufzutreten, und wo sich die schwarze Haushälterin ebenso zeittypisch im Abseits hält.

Im Biopic des britischen Regisseurs Michael Grandage, eigentlich Theatermacher in London, gerät das Leben des leidenschaftlichen Büchermenschen, der schon F. Scott Fitzgerald und Hemingway bei seinem Verlag durchsetzte, durch den aufstrebenden Starautor Thomas Wolfe durcheinander. Den gibt Jude Law als dauerquasselnde Nervensäge mit viel zu vielen Haaren. In den Nahaufnahmen sieht man hinter ihm einen offenen, sich wie in einem Spiegelkabinett verlierenden Hintergrund, während seinen Lektor Klarheit und Ruhe umgeben.

Wolfe ist ein manischer Schreiber, der ohne die Eingriffe des anderen kein Buch zu Ende bringen würde. Der sich immer stärker intensivierenden (Arbeits-)Beziehung der beiden Männer kann keine andere Bindung standhalten. Leider darf Wolfes Geliebte (Nicole Kidman als Aline Bernstein) nicht einfach selbstbewusst für sich eintreten, sondern muss wieder tränenselig werden wie als „Grace of Monaco“.

Spielplan

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12.03.2016, 14:28 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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