Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Hollande verwarnt Europa

Gemeinsamer Auftritt mit Merkel vor EU-Parlament: Kontinent in Gefahr

Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande stemmen sich gegen Kritik am Flüchtlingszustrom. Vor dem EU-Parlament fordern sie gerade jetzt mehr Europa.

08.10.2015
  • DPA

Straßburg Mit einem demonstrativen Schulterschluss haben Deutschland und Frankreich vor nationaler Abschottung in der Flüchtlingspolitik gewarnt. "Wir dürfen in der Flüchtlingskrise nicht der Versuchung erliegen, in nationalstaatliches Handeln zurückzufallen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Europaparlament in Straßburg. Frankreichs Präsident François Hollande warb an ihrer Seite für eine weitere Vertiefung der Europäischen Union und mahnte, sonst drohe "das Ende Europas".

Der Besuch des deutsch-französischen Duos war hochsymbolisch: Das letzte Mal hatten vor fast 26 Jahren ein deutscher Kanzler und ein französischer Präsident gemeinsam in der Volksvertretung gesprochen.

Nun forderte Merkel einen Kurswechsel in der europäischen Außenpolitik. "Wir müssen unsere Außen- und Entwicklungspolitik stärker darauf ausrichten, Konflikte zu lösen und Fluchtursachen zu bekämpfen", sagte sie. Hollande warnte vor einem "totalen Krieg" im Nahen Osten. Wenn Europa zulasse, dass sich religiöse Konfrontationen in der Region weiter verschärften, könne der Konflikt sogar Europa erreichen.

In Berlin beschloss das Bundeskabinett ein Konzept, wonach Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) ab sofort die Steuerung der Flüchtlingspolitik übernimmt. Er soll die auf verschiedene Ministerien verteilten Aufgaben bündeln und besser als bisher aufeinander abstimmen. Die Opposition wertete dies als Entmachtung und Niederlage von Innenminister de Maizière (CDU).

An der CDU-Basis stößt Merkels Flüchtlingspolitik auf scharfe Kritik. 34 CDU-Funktionäre aus acht Bundesländern distanzierten sich in einem Brief an die Kanzlerin von deren Linie und forderten klare Schritte gegen den Flüchtlingsandrang. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) drohte gar mit "wirksamer Notwehr" des Freistaats, sollte die Bundesregierung keine Schritte zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen unternehmen.

Merkel will sich trotzdem nicht von ihrem optimistischen Kurs abbringen lassen. "Wir schaffen das", sagte sie gestern Abend im ARD-Talk "Anne Will". Sie sei "der festen Überzeugung, dass das geht". Zur Frage, ob es einen Aufnahmestopp geben müsse, entgegnete sie: "Wie soll das funktionieren? Sie können die Grenze nicht schließen. Es gibt den Aufnahmestopp nicht."

Gemeinsamer Auftritt mit Merkel vor EU-Parlament: Kontinent in Gefahr
Freundschaftliche Begrüßung: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (l.) mit Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande. Foto: afp

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

08.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular