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Gemeinsam Großes geschafft
Historischer Zieleinlauf: Johannes Rydzek vor Fabian Rießle und Eric Frenzel. Der Norweger Jarl-Magnus Riiber fährt enttäuscht über die Linie. Drei deutsche Kombinierer auf dem Podium gab es bei Olympia zuletzt 1976. Foto: Jonathan Nackstrand/afp
Nordische Kombination

Gemeinsam Großes geschafft

Beim Dreifach-Triumph schütteln Johannes Rydzek, Fabian Rießle und Eric Frenzel alle Gegner ab. Das Sotschi-Trauma ist überwunden.

21.02.2018
  • MANUELA HARANT

Pyeongchang. Am Ende saßen sie zu viert auf dem Podium der olympischen Sieger-Pressekonferenz: Johannes Rydzek, seit wenigen Minuten Olympiasieger von der Großschanze, Fabian Rießle nach seiner ersten Silbermedaille, Eric Frenzel, der auf Gold Bronze folgen ließ – und Hermann Weinbuch, der „Superstar-Coach“, wie er offiziell vorgestellt wurde. Denn Weinbuch war es, der aus einem Haufen Rivalen ein Team fair kämpfender Sportler formte. Er war es auch, der die deutschen Kombinierer binnen wenigen Wochen aus ihrem Formtief holte. Und er war es auch, der dem Trio die einzig mögliche Taktik „empfahl“, wie er selbst sagte, um den historischen Dreifach-Triumph zu schaffen: „Ich habe gesagt, nur wenn ihr zusammenarbeitet, habt ihr genügend Körner, um die Gegner zu schlagen.“ Und wieder einmal sollte Taktik-Fuchs Weinbuch recht behalten.

Drei Deutsche auf dem Podium, das hatte es in der Olympia-Geschichte erst einmal gegeben: 1976 gewann Ulrich Wehling (DDR) vor Urban Hettich (BRD) und Konrad Winkler(DDR). „Das ist ein unglaublicher Tag für uns und unsere Sportart in Deutschland“, schätzte Johannes Rydzek die Situation gleich richtig ein. Dieser Wettkampf war aber auch deshalb historisch, weil er den Kontrapunkt zu den Geschehnissen in Sotschi 2014 bildete. Damals hatten sich Rydzek und Rießle in der vorletzten Kurve gegenseitig über den Haufen gefahren und den sicheren Olympiasieg vergeben.

Damit es aber überhaupt zur Wiederholung dieser Konstellation kommen konnte, musste das Team schon vorher eng zusammenarbeiten, um die Führenden einzuholen. „Wir sind sehr nah beieinander, das ist ein Riesenvorteil“, sagte Bundestrainer Weinbuch nach einem aus deutscher Sicht hervorragenden Springen. Dadurch gingen Frenzel, Rydzek und Rießle mit umgerechnet nur 24 bis 35 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Akito Watabe in den Langlauf. Doch ob Frenzel, der auf Rydzek und Rießle etwas Vorsprung hatte, wirklich auf die anderen warten würde, um gemeinsam anzugreifen, sollte von seinem Teamgeist abhängen. „Er hätte auch sein Heil nach vorne suchen können, das wäre sein gutes Recht“, sagte Weinbuch trotz seiner „Empfehlung“ vor dem Rennen. Und tatsächlich, der Sachse Frenzel wartete auf seine Teamkollegen aus dem Allgäu und dem Schwarzwald. Und die Verfolgungsjagd konnte beginnen.

Aber der heikle Teil sollte ja noch kommen: „Wenn wir vorne sind, hoffe ich einfach nur, dass die Jungs das ordentlich machen und sich nicht gegenseitig im Weg stehen“, hatte Weinbuch gebetet. Und auch Rießle schossen am Schlussanstieg, als der Deutschland-Dreier den letzten Mann überholt hatte, plötzlich diese Gedanken in den Kopf. „Damals in Sotschi hätten wir auch Platz eins bis drei holen können“, sagte der Kombinierer aus Breitnau: „Umso mehr bin ich jetzt stolz auf das ganze Team. Das macht uns so schnell keiner nach.“

Revanche geglückt

Denn das oftmals als hitzig geltende Trio behielt die Nerven – und der Rest ist Geschichte. Für Vierfach-Weltmeister Rydzek, der nach der Karambolage in Sotschi Achter geworden war, bedeutete der Olympiasieg auch eine gelungene Revanche gegen den damals Hauptschuldigen, Fabian Rießle. Der wiederum war über seine zweite Olympia-Medaille glücklich. Und Frenzel konnte es nach seinem Sieg von der Normalschanze auch verkraften, diesmal „nur“ Bronze geholt zu haben.

Zumal ja morgen (16.30 und 19.20 Uhr/8.30 und 11.20 Uhr MEZ) noch den Teamwettbewerb gibt. Da sind die Dominierer aus Deutschland wieder Favorit. Schließlich haben sie jetzt endlich beweisen können, welch großartiges Team sie sind.

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21.02.2018, 06:00 Uhr
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