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Gemeindetag: Flüchtlingshelfer nicht überlasten
Gisela Erler von den Grünen: Macht das Land genug für Ehrenamtliche? Foto: Thumilan Selvakumaran

Gemeindetag: Flüchtlingshelfer nicht überlasten

Zahlreiche Menschen engagieren sich in der Flüchtlingshilfe. Unverzichtbar für die Kommunen. Aber zu viel darf man den Leuten nicht abverlangen.

06.02.2016
  • DPA

Stuttgart. Der Gemeindetag hat davor gewarnt, Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe zu überfordern. Das Ehrenamt werde noch wichtiger, wenn die eigentliche Integration der Flüchtlinge anstehe, die länger in Deutschland bleiben wollten, sagte eine Sprecherin. "Dann werden wir die Ehrenamtlichen noch mehr brauchen. Es wäre daher fatal, wenn wir sie jetzt schon an ihre Belastungsgrenze bringen." Es sei notwendig, eine Gesamtstrategie zu entwickeln, die klären könne, wer welche Rolle spiele und wer welche Funktion innehabe, sagte die Sprecherin. Bundesweit sei bereits eine solche Strategie angekündigt worden, die mit den Ländern unter Berücksichtigung der Kommunen ausgearbeitet werden solle.

Gisela Erler, Staatsrätin für Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft, teilte gestern mit, dass den Ehrenamtlichen Werkzeuge an die Hand gegeben würden, um sie in ihrer Arbeit zu stärken. Beispielsweise habe die Landesregierung das Programm "Lokale Bündnisse" auf den Weg gebracht, um Ehrenamtliche zu vernetzen und zu qualifizieren. Außerdem gebe es ein Handbuch des Landes für die alltägliche Flüchtlingsarbeit.

Schon jetzt gebe es aber immer wieder Aussagen von Ehrenamtlichen, dass das Engagement auf Dauer eine zu hohe Belastung sei, sagte die Sprecherin des Gemeindetags. Manche Helfer seien zum Teil auch desillusioniert, weil sie sich für ihr Engagement nicht wertgeschätzt fühlten. "Sowohl von offizieller Seite als auch von den Betroffenen selbst. Wir müssen diese Sorgen ernst nehmen."

Dass Helfer in der Flüchtlingskrise von Mitbürgern angefeindet würden, dazu habe es jedoch keine Rückmeldungen im großen Stil gegeben, sagte die Sprecherin. "Es gibt aber immer mal wieder Leute, die dagegen sind. Dass man da mal aneinandergerät, kann ich mir schon vorstellen."

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06.02.2016, 08:30 Uhr
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