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Blatter kontert Sponsoren

Geldgeber wenden sich ab, doch der Fifa-Boss verweigert den Rücktritt

Der Präsident des Fußballweltverbands müsse sofort das Amt niederlegen, so lautet die klare Forderung von vier US-Konzernen. Doch Joseph Blatter gibt sich unbeirrt und trotzt den mächtigen Geschäftspartnern.

05.10.2015
  • DPA

Zürich Um Joseph Blatter wird es in den letzten Monaten seiner skandalumtosten Dauerregentschaft immer einsamer. Auf den historisch einmaligen Vertrauensentzug von gleich vier wichtigen Fifa-Geldgebern aus Amerika reagierte der taumelnde Boss des Weltverbands jedoch wie in den längst vergangenen Zeiten seiner absoluten Macht.

Sofortiger Rücktritt? Nein! Ausgeschlossen! "Herr Blatter widerspricht mit allem Respekt der Haltung und glaubt fest daran, dass ein Abschied aus dem Amt weder im Interesse der Fifa wäre, noch den Reformprozess voranbringen würde und wird daher nicht zurücktreten", so hieß es in einer Erklärung der Anwälte des 79 Jahre alten Schweizers.

Zuvor hatten die Blatter auch in Krisenzeiten lange in Treue verbundenen Sponsoren Coca-Cola, McDonald's, Visa und Anheuser-Busch für ein Novum gesorgt und innerhalb weniger Stunden in separaten Mitteilungen den unverzüglichen Rückzug Blatters gefordert - knapp drei Monate vor dessen angekündigtem Abschied beim Wahlkongress am 26. Februar. "Mit jedem Tag, der vergeht, werden das Bild und der Ruf der Fifa weiter befleckt", so hieß es bei Coca-Cola, dem längstjährigen Geldgeber des Weltverbands.

Eine Woche nach Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den Fifa-Chef durch die Schweizer Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie - eventuell - wegen Veruntreuung" wenden sich die amerikanischen Konzerne radikal von Blatter ab. Ob die Motivation - wie von den Konzernen angegeben - moralischer Natur ist oder eher ein Selbstschutz angesichts der Ermittlungen der US-Justiz, ist Interpretationssache. Die weiteren Fifa-Sponsoren aus Deutschland (Adidas), Südkorea (Hyundai, Kia) und dem unverändert Blatter zugewandten Russland (Gazprom), dem WM-Gastgeber des Jahres 2018, folgten der offenbar konzertierten Aktion nicht. "Wie in der Vergangenheit mehrfach betont, müssen bei der Fifa im Sinne des Fußballs grundlegende Veränderungen durchgeführt werden. Daher muss der eingeleitete Reformprozess transparent und zügig fortgesetzt werden", sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen.

Über die Macht des Geldes könnte Blatter unverzüglich zu stürzen sein, meinen die Kritiker des Schweizers. Im Finanzzyklus von 2011 bis 2014 machten die Marketingeinnahmen rund 1,6 Milliarden Dollar und damit 29 Prozent der Erlöse aus. Der Sponsorenaufstand ist für die Fifa ein Alarmzeichen. Zur Zeit gibt es ohnehin nur fünf statt der avisierten sechs bis acht Exklusivpartner der höchsten Kategorie. Im Jahr 2014 hatten sich die Fluglinie Emirates und der Elektronikkonzern Sony aus dem Fifa-Pool verabschiedet. Beide Unternehmen nannten ökonomische statt moralische Gründe für ihre Entscheidung.

Geldgeber wenden sich ab, doch der Fifa-Boss verweigert den Rücktritt
Joseph Blatter, hier bei einem früheren Werbetermin, ignoriert die Rücktrittsforderungen der Topsponsoren. Foto: Ulmer

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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