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Kommentar

Geld ist nicht Hauptproblem

Wirtschaftsforscher erwecken gerne den Eindruck, als könnten sie die Zukunft exakt berechnen. Tatsächlich geht dies nur, indem sie zu manchen Punkten Annahmen machen.

09.10.2015
  • DIETER KELLER

Wie willkürlich die sein können, offenbarte Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung bei der Vorstellung des Herbstgutachtens bei den Flüchtlingszahlen: 900 000 Asylbewerber in diesem und 600 000 im nächsten Jahr seien geraten. Auch wenn gleich vier Forschungsinstitute am Werk sind, wissen sie auch nicht mehr als die Zeitungsleser.

So willkürlich ihre Berechnungen sein mögen - sie deuten doch an, dass Geld bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle nicht das Hauptproblem ist, selbst wenn in diesem Jahr deutlich mehr kommen sollten. Ob Bund, Länder und Gemeinden im nächsten Jahr elf Milliarden Euro aufbringen müssen oder mehr, sollte das zu bewältigen sein, weil die gute Konjunktur für eine stabile finanzielle Basis sorgt.

Kurzfristig ist das Hauptproblem, genug Unterkünfte aufzutreiben. Dann muss schneller über die Anerkennung entschieden werden. Längerfristig ist die Herausforderung, anerkannte Asylbewerber in Arbeit zu bringen, damit sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. Davon profitiert letztlich wieder die Konjunktur.

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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