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Ausstellung

Geld für die Miete, aber nicht für Personal

Das Strafvollzugsmuseum in Ludwigsburg öffnet wegen knapper Finanzen derzeit nur sonntags.

06.02.2018

Von UWE ROTH

Ausgestellte Guillotine im Strafvollzugsmuseum. Foto: Uwe Roth

Ludwigsburg. Das Strafvollzugsmuseum in Ludwigsburg ringt weiter um eine ausreichende Finanzierung. Das Justizministerium hat seinen Jahreszuschuss von 20?000 Euro um 6000 angehoben. Die Stadt erhöht ihren bisherigen Förderbeitrag von 13 000 Euro um den gleichen Betrag, sollte der Gemeinderat heute Abend zustimmen. Doch die zusätzlichen Finanzmittel werden dem Trägerverein lediglich für die Miete reichen, erläutert Museumsleiter Erich Viehöfer. Der Standort, ein historisches Gefängnisgebäude an der Schorndorfer Straße nahe des Barockschlosses, wäre somit gesichert. Für Fachpersonal fehlt jedoch weiterhin Geld.

Der 67-jährige promovierte Historiker, der Deutschlands einziges Museum dieser Art seit 1988 aufgebaut hat und seither betreut, ist eigentlich seit zwei Jahren im Ruhestand – und dennoch fast täglich an seinem früheren Arbeitsplatz anzutreffen. Er leitet den Museumsbetrieb weiterhin auf Honorarbasis. Irgendwann aber wolle er aber endgültig aufhören. Wie ein Nachfolger bezahlt werden solle, der fachlich den Erwartungen der Geldgeber entspreche, stehe jedoch derzeit in den Sternen.

Nach dem Wunsch der Landesregierung soll die ständige Sammlung erweitert werden. Das erfordert aber eine wissenschaftlich ausgebildete Fachkraft, die mehr kann, als Besucher durch die Räume zu führen. Der Trägerverein könne allenfalls eine Halbtagsstelle finanzieren, so Viehöfer.

Aus Geldgründen wurde die allgemeine Öffnungszeit auf vier Stunden sonntags reduziert. Das habe die Besucherzahl auf etwa 3000 im Jahr halbiert, bedauert der Historiker, der weiterhin unter der Woche Gruppen nach Anmeldung führt. Darunter seien Jurastudierende, für die der Museumsbesuch sogar zum Pflichtprogramm gehöre.

Zu sehen sind Exponate aus 500 Jahren Strafvollzugsgeschichte des Landes. Einige Unikate wie historische Tötungs- und Foltergeräte kämen anderswo wohl nur als Kopie in den Ausstellungsraum. Besuchermagnet ist die über drei Meter hohe Guillotine, die das französische Militär 1946 bauen ließ und mit der in den drei Folgejahren mindesten elf Verurteilte geköpft wurden. Uwe Roth

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Erstellt:
6. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Februar 2018, 06:00 Uhr

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