Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Gelähmtes Land
Demonstranten in Athen rufen Slogans gegen die Regierung von Alexis Tsipras und ihre Reformpolitik. Foto: afp
Griechen protestieren mit Generalstreik gegen Rentenreform

Gelähmtes Land

Das ganze Land steht still: Die Pläne der griechischen Regierung für eine einschneidende Reform der Rentenversicherung haben die massivste Streik- und Protestwelle seit vielen Jahren ausgelöst.

05.02.2016
  • GERD HÖHLER

Athen. Um die zerrütteten Rentenfinanzen zu sanieren, will die griechische Regierung die Sozialversicherungsbeiträge erhöhen und künftige Renten um durchschnittlich 15 Prozent kürzen. Gewerkschaften und Berufsverbände reagierten darauf am Donnerstag mit Arbeitsniederlegungen und Protestkundgebungen. Die meisten Verkehrsmittel standen still, Dutzende Inlandsflüge wurden gestrichen, auch die Taxifahrer traten in den Ausstand. Behörden und Schulen blieben geschlossen, viele Einzelhändler schlossen ihre Läden. Die Seeleute bestreikten die Häfen, protestierende Bauern blockierten Autobahnen und Überlandstraßen.

In Athen versammelten sich mehr als 50 000 Menschen zu den Kundgebungen der Gewerkschaften. Mit einem starken Polizeiaufgebot und Straßensperrungen im Stadtzentrum hatten sich die Behörden auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet. Am Rand der friedlich verlaufenden Protestkundgebung kam es kurz zu Scharmützeln, als vermummte Jugendliche Brandflaschen und Steine auf die Polizei warfen, die mit Tränengas antwortete.

Besonders stark war die Polizeipräsenz rund um das Hilton-Hotel. Dort verhandelten Finanzminister Euklid Tsakalotos und Arbeitsminister Giorgos Katrougalos mit den Vertretern der Kreditgeber. Auf der Tagesordnung stand auch die Rentenreform. Während den Gewerkschaften und den Berufsverbänden die Pläne der Regierung viel zu weit gehen, greifen sie aus Sicht der internationalen Geldgeber zu kurz. Sie verlangen auch Kürzungen bei bestehenden Renten, was die Regierung bisher strikt ablehnt. Das sei eine "rote Linie", die er nicht überschreiten könne, sagt Premierminister Alexis Tsipras. Er will die Gespräche schnell abschließen. Davon hängen weitere Hilfsgelder und auch Schuldenerleichterungen ab.

Aber Tsipras hat viele Baustellen. Am Donnerstag nahm er in London an der Geberkonferenz für syrische Flüchtlinge teil. Für ihn ist das ein in mehrfacher Hinsicht heikles Thema. Weil immer mehr europäische Länder den Zuzug von Flüchtlingen begrenzen, müssen die Griechen fürchten, dass ihr Land zur Endstation für die Schutzsuchenden wird, die über die Ägäis kommen. Zugleich steht Griechenland wegen Versäumnissen bei der Registrierung der Ankömmlinge in der Kritik. Werden die Mängel nicht abgestellt, droht dem Land der Ausschluss aus dem Schengen-Verbund.

Ohnehin ist Tsipras in der Defensive. Bekommt er für seine Rentenreform im Parlament keine Mehrheit, bedeutet das den Sturz der Regierung. Seit Wochen kursieren Spekulationen, Tsipras könnte einen Ausweg in Neuwahlen suchen. Aber für eine solche Flucht nach vorn ist es vielleicht schon zu spät: In den Meinungsumfragen führen die oppositionellen Konservativen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.02.2016, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Kommentar Sonderkontingent Offene Fragen

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular